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Impfen in der Schwangerschaft: Mutter steckt Baby in der Schwangerschaft mit Keuchhusten an

Baby mit Keuchhusten angesteckt
Baby mit Keuchhusten angesteckt Mutter wirbt jetzt für Impfschutz 00:01:49
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Impfung in der Schwangerschaft ist möglich

"Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich mich selber schützen." Diese Worte kommen von einer jungen Mutter. Sie hat ihr Neugeborenes auf dem Arm und blickt verzweifelt in die Kamera. Die Vorwürfe, die sie sich selber macht, dringen mit jedem ihrer Worte durch, denn die junge Frau hat ihr Baby mit Keuchhusten angesteckt, vermutlich noch während der Schwangerschaft.

"Ich war eine gesunde schwangere Frau, keine Probleme, keine Komplikationen. Ich arbeitete, machte Sport und ging ins Fitness-Studie, aß gesund, hatte keine Mängel und eine natürliche Geburt", berichtet sie. Doch zwei Wochen vor der Entbindung fühlte sie sich schlecht. Diagnose: Keuchhusten. Wo und wie sie sich angesteckt hat, weiß sie nicht. Nach der Geburt ihrer Tochter stellten die Ärzte fest, dass der Keuchhusten sich auf die neugeborene Tochter Ava übertragen hatte - es endete auf der Intensivstation im Krankenhaus.

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Antikörper werden aufs Baby übertragen

Ihr Arzt riet ihr, sich noch in der Schwangerschaft impfen zu lassen. Da war sie in der 28. Schwangerschaftswoche. Aber weil sie sich gesund fühlte, lehnte sie die Impfung ab.

Aber wie kann man ein Ungeborenes tatsächlich schützen? Das Robert-Koch-Institut schreibt dazu:

"Der 'mütterliche Nestschutz' kann das ungeborene und das neugeborene Kind schützen: Die Mutter bildet aufgrund der Impfung oder einer Erkrankung Antikörper, die gegen den Erreger oder dessen Toxin (Gift), etwa bei Tetanus, vorgehen und ihn unschädlich machen. Manche dieser Antikörper wie bei Masern, Mumps, Röteln und Tetanus können über die Plazenta ins Kind gelangen und schützen dieses dadurch indirekt mit.

Das gilt nicht für alle Infektionen: Babys können von Geburt an an Keuchhusten erkranken, weil kein ausreichender Nestschutz existiert. Neuere Daten und Erfahrungen zum Beispiel aus den USA zeigen aber, dass schützende Antikörper doch aufs Kind übertragen werden können, wenn die Mutter während der Schwangerschaft geimpft wird. Eine ausdrückliche Empfehlung für eine Keuchhustenimpfung Schwangerer existiert in Deutschland bislang nicht, wird aber von der Ständigen Impfkommission diskutiert.

Der 'mütterliche Nestschutz' hält je nach Krankheitserreger verschieden lange an: Bei Masern, Mumps und Röteln wurden mütterliche Antikörper noch bis zu einem Jahr nach der Geburt im Kind nachgewiesen. Aus diesem Grund wird gegen diese Krankheiten erst relativ spät geimpft, da die Antikörper den Impfstoff sonst unwirksam machen. Gegen die meisten anderen Krankheiten, gegen die die Mutter Antikörper hat, hält der Schutz jedoch nur wenige Wochen an."

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