GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Impfempfehlung: Die wichtigsten Impfungen

13 Prozent der Deutschen sind Impf-Muffel
13 Prozent der Deutschen sind Impf-Muffel Aus Angst vor Nebenwirkungen 00:00:23
00:00 | 00:00:23

Die Impf-Ratschläge des RKI

Wenn es um Infektionskrankheiten geht, ist das Robert-Koch-Institut (RKI) die Stelle in Deutschland, die die größte Kompetenz hat. Den Wissenschaftlern des RKI zufolge gehören Impfungen zu den "wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen".

Welche Impfungen sind wirklich nötig?
Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. © dpa, Jörg Carstensen

13 Prozent der Deutschen lassen sich laut einer Forsa-Umfrage nicht impfen - meist aus Angst vor Nebenwirkungen und möglichen Langzeitfolgen. Einige sind auch der Meinung, dass man Krankheiten selber durchmachen müsse, um als Erwachsener besser geschützt zu sein. Frauen sind bei Impfungen übrigens disziplinierter als Männer, denn 92 Prozent der werdenden Mütter haben einen Impfschutz.

Die meisten Deutschen werden bis zum Alter von zwei Jahren mit einem Sechsfach-Impfstoff vor diesen Krankheiten geschützt: Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b sowie Hepatitis B. Diese gefährlichen Seuchen sind nach der Grundimmunisierung im zweiten, dritten, vierten und um den zwölften Lebensmonat herum kein Problem mehr. Für Schutzimpfungen ist der Hausarzt der richtige Ansprechpartner.

Sind diese Impfungen wirklich notwendig?

Bei Kinderlähmung, Diphtherie und Tetanus (Wundstarrkrampf) stellt sich die Frage eigentlich nicht. Zu fest im Bewusstsein verankert sind die schlimmen Folgen dieser Erkrankungen. Aber auch der Keuchhusten ist gefährlich. Jeder 1.000. Erkrankte stirbt daran, jeder 200. erleidet eine Entzündung des Gehirns, die bleibende Schäden hinterlassen kann.

Bei Haemophilus influenzae Typ b (Hib) handelt es sich um hochansteckende Krankheitserreger, die aber nur für Kinder bis zum fünften Lebensjahr gefährlich sind. Die Erreger können eine Hirnhautentzündung auslösen, die extrem gefährlich ist und schwerste Spätfolgen haben kann.

Hepatitis B ist eine Infektionskrankheit der Leber, die zu Leberkrebs führen kann. Bei rund 1 Prozent der Erkrankten nimmt die Infektion einen lebensbedrohlichen Verlauf. Die Erreger sind vor allem in Süd- und Osteuropa, besonders aber in tropischen Gegenden verbreitet. Seit 1995 wird die Impfung durch das RKI als allgemeine Kinderimpfung empfohlen. Wer viel in Risikogebiete reist und intensiven (auch sexuellen) Kontakt mit der Bevölkerung hat, tut gut daran, sich impfen zu lassen.

Ab dem Alter von ungefähr einem Jahr werden Kinder gegen Meningokokken, Masern, Mumps und Röteln sowie Varizellen (Windpocken) geimpft. Fünf bis 12 Monate später folgt dafür eine Auffrischung.

Impfungen nach dem Säuglingsalter und im Erwachsenenalter

Die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten bekommen vor der Einschulung und vor der Volljährigkeit noch eine Auffrischung, dann gilt die Grundimmunisierung als komplettiert. Danach sollte die Impfung gegen Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Einer Masern-Impfung sollten sich alle über 18 Jahre unterziehen, die nicht mehr genau wissen, ob sie oder wie oft sie gegen Masern geimpft wurden, und diejenigen, die nur einmal als Kind geimpft worden sind. Jede dritte Masern-Infektion ist von Komplikationen wie Lungen- oder Hirnhautentzündung begleitet. Jeder 300. Fall endet mit dem Tode.

Die Polio-Impfung aus der Kindheit sollte noch einmal bis zum Alter von 17 Jahren aufgefrischt werden. Wer die Auffrischung nicht hat, kann sie jederzeit nachholen.

Nur Mädchen und Frauen betrifft die HPV-Impfung gegen das Humane Papillomvirus. Dieses Virus kann Gebärmutterhals verursachen. Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr stattfinden.

Wer schon über 60 ist, dem wird die jährliche Grippeimpfung empfohlen. Außerdem ist eine Impfung gegen Pneumokokken (Lungenentzündung) ratsam.

Ein Spezialfall ist die FSME-Impfung. Wer in Süddeutschland, in bestimmten Gebieten von Hessen und Thüringen viel draußen ist und ein erhöhtes Zeckenbiss-Risiko hat, der sollte die FSME-Impfung in Betracht ziehen. Die von Zecken übertragene Frühsommer- Meningoenzephalitis verläuft zwar nur bei 10 bis 30 Prozent der Infizierten schwer, dann kommt es aber auch zu Lähmungen und Bewusstseinsstörungen. Die Erreger kommen speziell in Österreich (Hochrisikogebiete in den Tälern und entlang der Donau) und Osteuropa (besonders stark in Tschechien) und in Russland bis an die Pazifikküste vor.

Anzeige