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Immer mehr Krankheitsfälle: Zecken-Invasion in deutschen Großstädten

Zeckenalarm - So können Sie sich schützen
Zeckenalarm - So können Sie sich schützen Spinnentiere breiten sich immer mehr in Großstädten aus 00:01:59
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Die Zecken breiten sich immer mehr aus

Man ist nicht sicher vor ihnen, schon gar nicht in diesem feucht-warmen Sommer: Sie lauern zu Tausenden im Gras und fallen lautlos über ihre Opfer her - mit dem Ziel, sich dann am gefundenen Opfer mit Blut vollzusagen. Die Rede ist von Zecken. Wo Sie die überall finden und wie gefährlich sie wirklich sind.

In Süddeutschland ist die Zahl der Erkrankungen durch Zeckenbisse im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte gestiegen. Vor allem auch, weil die Zecken immer häufiger dort auftauchen, wo wir sie nicht vermuten. Eins der größten Irrtümer ist, dass Zecken nur im Wald zu finden wären. Dabei lauern die Plagegeister in Gräsern, im Gebüsch, im Unterholz und auf Sträuchern und diese sind auch in der Stadt zu finden.

Aber warum rücken uns die Spinnentiere immer mehr auf die Pelle? Grund dafür ist einerseits das warme und feuchte Klima. Aber auch die Vermüllung in der Stadt führt zu Zeckenalarm, denn dadurch werden Füchse, Mäuse und Co. angelockt, die die Zecken auf sich tragen.

So gefährlich ist ein Zeckenstich

"Ein Zeckenstich kann unter Umständen lebensgefährlich sein", warnt Simon Kopelke von der Kaufmännische Krankenkasse Hannover. "Besonders im Süden Deutschlands verbreiten Zecken manchmal 'FSME', die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Sie kann im fortgeschrittenen Stadium zur Entzündung der Gehirnhaut führen". Die Krankheit ist vor allen Dingen im Süden Deutschlands verbreitet: in Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Bayern (besonders im Landkreis Dachau), Sachsen, Baden-Württemberg und dem Saarland.

Borreliose-Infektionskrankheiten dagegen können von Zecken in ganz Deutschland übertragen werden. Sie führen im schlimmsten Fall zu Nervenleiden und Lähmungen. Während es für Borreliose keine vorbeugenden Mittel gibt, kann der Infektionskrankheit 'FSME' mit einer Schutzimpfung vorgebeugt werden. Die Kosten dafür werden von den Krankenkassen übernommen.

Besonders beim Joggen und auf dem Spielplatz sollte man die Augen vor Zecken offen halten. "Man kann die Zecken ganz gut finden. Die ganz kleinen, die uns beißen können, sind so zwei Millimeter groß. Die anderen etwa vier Millimeter. Und wenn man sie in den ersten 24 Stunden entfernt, dann kommt es nicht zur Übertragung der gefürchteten Borellien-Erkrankung", so Prof. Matthias Stoll der Medizinischen Hochschule Hannover.

Wie Sie erkennen, ob Sie von einer Zecke gebissen wurden und wie Sie danach reagieren sollten, sehen Sie im Video!

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