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'Im Tal des Fuchses': Charlotte Links neuer Roman

Charlotte Link: Im Tal des Fuchses
Charlotte Link: Im Tal des Fuchses © Blanvalet

Leseinfo zu 'Im Tal des Fuchses'

An einem sonnigen Augusttag wird Vanessa Willard auf einem einsam gelegenen Parkplatz von einem Fremden entführt und verschleppt. Der Mann bringt sie in eine versteckt gelegene Höhle, schließt sie in eine Kiste ein und plant, Lösegeld von Vanessas Ehemann zu erpressen.

Doch bevor er mit diesem in Kontakt treten kann, wird er wegen einer anderen Straftat verhaftet und geht ins Gefängnis. Dort wagt er nicht, jemandem von der entführten Frau in der Höhle zu erzählen. In der Kiste eingeschlossen, die nur Nahrung für eine Woche beinhaltet, bleibt Vanessa ihrem Schicksal überlassen.

Über 'Im Tal des Fuchses'

Ryan Lee, Vanessas Entführer, erzählt während seines Gefängnisaufenthaltes niemandem von seiner Tat. Als er zweieinhalb Jahre später aus der Haft entlassen wird, lasten seine Gewissensbisse immer noch schwer auf ihm. Mit aller Kraft versucht der ehemalige Kleinkriminelle, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen, beginnt einen Job und will endlich die krummen Machenschaften aus der Vergangenheit hinter sich lassen. Leichter gesagt als getan: Schnell ist ihm wieder der gefährliche Kredithai auf der Spur, wegen dem er von Vanessas Mann Geld erpressen wollte, außerdem geschehen in seinem Umfeld merkwürdige Dinge. Konnte Vanessa ihrem Gefängnis vielleicht doch entkommen und will sich nun rächen?

Auch Matthew Willard, Vanessas Ehemann, findet nicht zurück ins Leben. Seit seine Frau auf ungeklärte Weise verschwand, plagt ihn die Ungewissheit über ihr Schicksal. Zu Jenna, die er über Freunde kennenlernt, beginnt er zögerlich eine neue Beziehung, kann sich aber nicht wirklich auf die neue Liebe einlassen - zu groß ist der Schatten, den Vanessa hinterlassen hat. Als eine andere Frau verschwindet und diese Tat starke Parallelen zum Fall Vanessa zeigt, überschlagen sich die Ereignisse und es scheint, als könnte Vanessas Schicksal doch noch geklärt werden.

'Im Tal des Fuchses' ist nicht nur spannender Kriminalroman, sondern auch eine tiefgehende Gesellschaftsstudie: Charlotte Link zeigt auf eindrucksvolle und nachvollziehbare Art, wie sich ein Mensch unwillentlich immer tiefer verstrickt und schuldig macht. Sie gewährt einen tiefen Blick in das Innere von Ryan Lee, der zwar Täter ist, aber dennoch sehr menschlich ist und sich nicht so einfach als böse abstempeln lässt.

Die vielen Erzählstränge und Schicksale, die die Autorin im Laufe der Handlung entstehen lässt, werden am Ende gekonnt zusammengeführt. Bis das Rätsel endlich gelöst ist, heißt es durchhalten und mitraten - denn ist man einmal im Sog von 'Im Tal des Fuchses' gefangen, kann man den Roman nicht mehr aus der Hand legen.

Über die Autorin Charlotte Link

Charlotte Link, Jahrgang 1963, gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen der Gegenwart. Ihre Bücher, zuletzt 'Der Beobachter' sind internationale Bestseller, werden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt. Allein in Deutschland wurden bislang über 20 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft. Sie lebt mit ihrer Familie in Wiesbaden.

Text: Kira Heppner

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