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Im Mutterleib operiert: Eineiige Zwillinge leiden am fetofetalen Transfusionssyndrom

Zwillings-Transfusionssyndrom
Das Zwillings-Transfusionssyndrom entsteht bei eineiigen Zwillingen, die sich eine Plazenta teilen. (Symbolbild)

Laser-OP rettet Zwillingen das Leben

Die Zwillinge Lea und Laila sprühen heute nur so vor Energie. Dabei hatten beide während der Schwangerschaft aufgrund einer Blutflussstörung kaum eine Überlebenschance. Eine Operation im Mutterleib rettete ihnen schließlich das Leben.

Es grenzt an ein Wunder, dass Lea und Laila unbeschwert herumtollen können. Denn die eineiigen Zwillinge mussten bevor sie das Licht der Welt erblickten, operiert werden. Die Überlebenschance der beiden Mädchen war damals sehr gering.

Zunächst schien die Schwangerschaft ganz normal zu verlaufen, doch im fünften Monat merkte Mutter Trixi Czajkowsky plötzlich, dass es den eineiigen Zwillingen im Bauch nicht gut geht. Während einer Routineuntersuchung entdecken die Ärzte schließlich, dass die Mädchen am Zwillings-Transfusions-Syndrom, auch feto-fetales Transfusionssyndrom genannt, leiden.

Dieses Krankheitsbild entsteht bei Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen, die sich eine Plazenta teilen. Dabei bilden sich Gefäßverbindungen, ein Ungleichgewicht des Blutaustausches zwischen den Zwillingen entsteht. Auf diese Weise bekommt ein Zwilling zu viel Blut und wächst schnell. Der andere Zwilling bekommt wiederum nicht genug Blut und wächst kaum. Nur durch eine Operation im Mutterleib haben beide Kinder eine Chance zu überleben.

Die Überlebenschancen der Zwillinge lag bei 70 Prozent

Als Mutter Trixi Czajkowsky und ihr Partner von der ungewöhnlichen Operation erfuhren, war für sie klar, dass sie die Operation durchführen müssen, um ihre Mädchen zu retten. Bei der Laser-Operation werden die verbindenden Blutgefäße in der Plazenta unterbrochen und so der Blutfluss vom einen zum anderen Zwilling gestoppt. Bei dem Eingriff wird nur die Einstichstelle am Bauch der Mutter betäubt.

Auf diese Weise konnte Mutter Trixi Czajkowsky den Vorgang am Monitor miterleben. Die Wahrscheinlichkeit für das Überleben beider Zwillinge beträgt bei solch einem Eingriff 70 Prozent, in 90 Prozent der Schwangerschaften überlebt mindestens ein Zwilling. Die Zwillinge Lea und Laila überstanden die Operation beide. "Das war sehr süß, die beiden so zu sehen", erzählteTrixi Czajkowsky dem "Stern."

Um die selbstständige Atmung der Zwillinge zu ermöglichen, wurde in der 33. Schwangerschaftswoche ein Kaiserschnitt vorgenommen. Damit sich die Kinder möglichst normal entwickeln, musste der Kaiserschnitt so lange wie möglich hinausgezögert werden. Die Geburt verlief schließlich ohne Komplikationen, sodass Lea und Laila bereits nach einer Stunde das Licht der Welt erblicken konnten. Mittlerweile sind die Mädchen drei Jahre alt und halten ihre Mutter ganz schön auf Trab.

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