Ikea entfernt Frauen aus dem Katalog

Ikea entfernt Frauen aus dem Katalog
© REUTERS, SCANPIX

Saudi-arabischer Ikea-Katalog ohne Frauen

Ein hübsch eingerichtetes Badezimmer, schöne Deko und eine vierköpfige Familie: Vater, Mutter und zwei Kinder - so sieht die perfekte Seite im Badezimmer-Teil des Ikea-Katalogs aus. Doch nicht überall: Im saudi-arabischen Katalog fehlt jemand im Motiv: die Mutter. Der schwedische Möbelkonzern hatte sämtliche Frauen in den Katalogmotiven für den saudi-arabischen Markt wegretuschieren lassen.

Das hat die schwedische Zeitung "Metro" beim Vergleich der Ikea-Kataloge von Saudi-Arabien und Schweden festgestellt. Heftige Kritik war die Folge: Politiker und vor allem Frauenrechtlerinnen liefen Sturm gegen den globalen Möbelkonzern. "Wir bedauern sehr, dass das passieren konnte und hätten schneller reagieren müssen", sagte eine Unternehmenssprecherin zu den Vorwürfen.

Ikea entschuldigt sich für die Katalog-Retusche

Die Darstellung nackter Haut bei Frauen ist in Saudi-Arabien im Fernsehen und in Zeitschriften verboten. Ikea ging mit seiner Retusche aber noch weiter: Es wurden nicht nur Frauen aus Katalogfotos retuschiert - Bilder, auf denen nur Frauen zu sehen waren, wurden sogar ganz entfernt. Die Verantwortung für die Retusche liegt laut Ikea bei einem Franchise-Unternehmen außerhalb der Unternehmensgruppe, das den Katalog fertiggestellt hatte. "Wir hätten reagieren und verstehen sollen, dass der Ausschluss von Frauen aus der saudi-arabischen Version des Katalogs in Konflikt mit den Werten der Ikea-Gruppe steht", entschuldigt sich der Konzern in einer Erklärung.

Erst kürzlich hatte Ikea schon einmal mit dem Löschen von Bildern für Aufsehen gesorgt: Von seiner russischen Internetseite hatte das Unternehmen ein Foto entfernt, auf dem vier Jugendliche im Stil der Rockband Pussy Riot zu sehen waren. Als Begründung gab Ikea an, nicht "als Ort der Agitation jeder Art" ausgenutzt werden zu wollen.

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