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Ich liebe Schuhe: Ein Loblied auf Pumps & Co.

Ich liebe Schuhe: Ein Loblied auf Pumps & Co.
© picture alliance / dpa, Roland Weihrauch

Darum lieben Frauen Schuhe

Ich habe schon im Herbst von Schuhen geschwärmt, und ich werde es jetzt wieder tun. Ich war 13 und war verliebt in ein paar Turnschuhe. Weiß, mit eingestickten Blümchen in Lila und als Schnürsenkel ein Organzaband in Lila. In dem Alter steckt man zwischen Kind und Frau, und diese Schuhe waren ein Beweis dafür. Ich habe sie abgelaufen bis sie auseinander fielen, entweder weil meine Füße noch weiter gewachsen sind, oder weil ich sie einfach abgenutzt hatte. Und noch heute bin ich großer Fan ausgefallener Turnschuhe, bei 1,82 m und Schuhgröße 41 auch ein tolles Schuhwerk für den Alltag.

Mein erstes Paar Designer-Schuhe kaufte ich im Frühsommer 1999 bei Theresa in München. Damals war Theresa noch recht klein und außerhalb von München nicht sehr bekannt. Es war Sommerschlussverkauf und ich war seit Wochen in ein Paar - im Nachhinein sehr hässliche - MiuMiu Sandalen verliebt. Sie waren klobig, mit fester speckiger Gummisohle, die Sohlenform vorne sehr eckig geschnitten, hinten mit einem breiten aber niedrigen Absatz. Ein breites Lederband fuhr über die Zehen, ein dünneres Band 'verziert' mit einem sportlichen kobaltblauen Stoffpolster um die Knöchel. Damals ein absolutes Fashion-Statement. Ich hätte sie mit ins Bett genommen, wenn mein damaliger Freund nicht etwas dagegen gehabt hätte.

Dieser Ankauf machte süchtig, und so ging ich zum Winterschlussverkauf, eine knappe Woche vor Weihnachten, wieder dorthin um ein paar silberfarbene, etwas 'technisch' aussehende Turnschuhe mit wiederum rechteckigen Kappen von Prada zu kaufen. Bis heute habe ich die noch, auch wenn ich sie nicht mehr trage. In der Boutique sah ich ein paar wunderschöne MiuMiu Pumps in braun - eine Farbe, die ich nie trage - mit Fuchsia - eine Farbe, die ich nie trage - und Orange - eine Farbe, die ich selten trage. Sie hatten Größe 39. Ich probierte sie unter großen Schmerzen an, und kaufte sie gleich mit. Ich hatte beruflich als Model ein gutes Jahr hinter mich gebracht und gönnte mir diese 'Waffe'. Übrigens, ich trage Größe 41. Somit kamen die hübschen Pumps nur ein einziges Mal zum Einsatz, und zwei Jahre später schenkte ich sie schweren Herzens einer Freundin weiter.

Schuhe machen ein gutes Gefühl

Es folgten noch schöne Gucci Slippers und Pumps, aber MiuMiu blieb jahrelang einer meiner Lieblinge. So hatte ich einen schönen Sommer lang ein paar metallic-rote Sandalen mit außergewöhnlichem Metallabsatz. Diese haben jede Tanznacht mitgemacht und ich hätte sie bis heute behalten, wenn nicht der Absatz völlig kaputt gegangen wäre. Ich ging damals - wie heute - sehr gerne tanzen. Nur etwas öfters. Seht ihr, ich ertrage Schmerzen gut und gerne. Vor allem an den Füßen - obwohl ich dort besonders empfindlich bin - und vor allem, wenn es um Schuhe geht. Fußschmerzen durch Schuhe vermitteln mir: Ich bin viel gelaufen (habe als Model viele Castings abgeklappert) oder getanzt (mit Freundinnen im P1), also war ich erfolgreich (hatte Erfolg und/oder eine schöne Zeit). Eine logische Schlussfolgerung wie nur Frauen sie haben können. So folgten in den Jahren danach noch einige Einkäufe bei Nobel-Boutiquen und bis heute habe ich noch einige Paare, die ich schon in 2001, 2002 oder 2003 kaufte.

Hochschwanger kaufte ich ein paar sündhaft teure Wildleder-Pumps mit 10 cm Absatz, und das obwohl ich liegen sollte. Ich trug diese auf einer Hochzeit, in der Annahme, dass ich damit sowieso nur sitzen würde. Immerhin war ich 21 Tage vor der Geburt. Mein Gynäkologe war auch auf dieser Hochzeit eingeladen und lud mich zum Tanzen ein. Ich versuchte mich noch zu wehren, aber er meinte, es wäre doch toll wenn das Kind bald da ist, und immerhin ist er ja auch da und besser könnte es gar nicht kommen. Ich fühlte mich wie eine runde Kugel auf Stelzen, und klammerte mich gut an ihm fest. Magnus wurde aber erst 13 Tage später geboren.

Und als ich gerade dachte, man könnte sich so einen Schuhtick im Alter abgewöhnen, verliebte ich mich in ein Paar. Davon erzähle ich das nächste Mal.

Übrigens: Wer meint, das Tragen von hohen Absätzen wäre ungesund, sollte sich über das Gegenteil freuen. Frauen, die hohe Absätze tragen, trainieren dadurch ihre Beckenbodenmuskulatur. Das hilft nicht nur bei Inkontinenz, es verbessert auch das Sexualleben einer Frau.

Eine 'Schuhne' Woche wünsche ich euch!

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