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Ich komme! Frühzeitiger Samenerguss ist ein Problem von vielen

Ich komme! Frühzeitiger Samenerguss ist ein Problem von vielen
© picture-alliance/ dpa/dpaweb, Db Driessen

Ich komme… Mist, schon wieder zu früh. Jeder achte Mann leidet an einem vorzeitigen Samenerguss. Der Durchschnitt liegt bei weniger als zwei Minuten, wie eine Studie zeigt. Wissenschaftler baten etwa 1.600 Frauen für einen Monat mit der Stoppuhr festzuhalten, wie lange der Sex dauert. Mehr als 200 Männern hatten nach 1,8 Minuten einen Orgasmus. Die übrigen Testmänner waren nach 7,3 Minuten fertig.

Der vorzeitige Samenerguss zählt zu den häufigsten sexuellen Funktionsstörungen des Mannes. Und dennoch lassen sich nur zwölf Prozent behandeln. Meist ist es auch keine körperliche Ursache, wie beispielsweise die Entzündung der Harnröhre.

Das Problem ist eher psychischer Natur und vor allem sehr junge Männer leiden darunter. Mit dem Alter und der Erfahrung verschwindet das Problem oft von selbst. Wer sich aber zu viel unter Druck setzt, kann in eine Art Angstkreislauf geraten und durch den erhöhten Stress läuft es dann noch viel weniger im Bett.

Andere hatten nie Probleme mit einem frühzeitigen Samenerguss bis sie Nachwuchs bekamen. Dann wollen sie nämlich schnell fertig werden, weil sie befürchten ein Kind könnte ins elterliche Schlafzimmer platzen. Findet so ein gewollter Quicki über einen längeren Zeitraum statt, kommen die Männer auch dann viel zu früh im Bett, wenn die Kleinen dann mal bei der Oma sind.

Professionelle Hilfe einzuholen, sollte Mann in jedem Fall nicht scheuen. Daneben gibt es auch Übungen, mit denen Sie einen längeren Orgasmus trainieren können.

Ich komme! Frühzeitiger Samenerguss ist ein Problem von vielen
© picture-alliance/ ZB, Jörg Lange

Beckenboden-Training

Ein Urologe namens Kegel erfand ein Beckenboden-Training. Die Übung kann überall ausgeführt werden ohne dass andere es merken. Es gilt zwei Muskeln zu trainieren: Den Muskel, der beim Urinieren den Harnfluss stoppt, und den Schließmuskel, der den Stuhlgang reguliert. Etwas 20 Mal sollte der Muskel jeweils den Stuhlstopper an. Ihr Bauch und Ihre Beine bleiben dabei entspannt. Nach einer Weile sollten Sie die Anzahl der Übungen auf bis zu 40 Wiederholungen steigern. Halten Sie die Spannung dann für drei Sekunden, bis wieder locker lassen.

Start-Stopp-Technik

Jetzt stehen erstmal ein paar Trockenübungen an. Suchen Sie sich einen Tag aus, an dem alles Bestens läuft. Es gab keinen Stress auf der Arbeit, Sie fühlen sich blendend, Sie haben Zeit – nur für sich. Dann geht es los mit der Start-Stopp-Technik. Sie stimulieren dabei den Penis so lange bis Sie kurz vor dem Orgasmus stehen. Stoppen Sie die Stimulation und ruhen sich aus. Nach einer Minute ist der Ejakulationsdruck vollkommen abgeklungen.

Wiederholen Sie diese Start-Stopp-Übung drei-, viermal. Dabei sollte die Stimulierung mindestens fünf Minuten dauern. Überfordern Sie sich allerdings auch nicht und gönnen Sie sich einen Höhepunkt nach rund 15 bis 20 Minuten.

Tipp: Benutzen Sie ein Gleitgel. Dadurch kommt die Masturbation dem Geschlechtsakt näher. Und vor allem: Lassen Sie sich Zeit. Wer lange und genussvoll masturbiert, kann in der Regel auch mit seiner Partnerin länger.

15 Minuten mit Viagra

Auch die Viagra-Pille könnte eine Alternative darstellen. Der darin enthaltene Wirkstoff Sildenafil erwies sich in ersten Studien als erstaunlich wirksam gegen vorzeitige Ejakulationen. Etwas 15 Minuten können Sie dann den Liebesakt mit Ihrer Partnerin genießen. Allerdings ist von unseriösen Präparaten aus dem Internet abzusehen. Fragen Sie am besten Ihren Arzt. Viagra nimmt man etwas eine Stude vorher ein.

Die Atemübung

Halten Sie nicht die Luft an. Dadurch wird mehr Adrenalin ausgeschüttet und es führt zu einer Anhäufung von Kohlendioxid im Blut. Beides beschleunigt die Ejakulation. Atmen Sie besser konzentriert ein, während sich der Penis in der Rückwärtsbewegung befindet.

Die kreisende Übung

Statt rein und raus, versuchen Sie es doch mal Kreisbewegungen. Den Rest Ihres Körpers halten Sie ruhig. Auf diese Weise kontrollieren Sie die Herzfrequenz und geraten nicht zu schnell in Erregung.

Neben all dem Training sollten Sie auch professioneller Hilfe in Betracht ziehen. Dann kommen Sie schneller zum Erfolg – und in diesem Fall wäre schnell doch gar nicht schlecht.

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