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Hygiene im Büro: Männer sind Ferkel!

Sind Männer wahre Büro-Ferkel?- Dies beweisen zumindest die Schreibtsiche
Sind Männer wahre Büro-Ferkel?- Dies beweisen zumindest die Schreibtsiche © Arnd Petry

Studie über Hygiene in Büros

Männer sind Schweine! Immer wenn wir es gerade vergessen haben, erinnern uns irgendwelche Ärzte daran. Diesmal sind es keine Sänger, sondern echte Wissenschaftler, die uns erneut darauf stoßen. Das Team unter der Leitung von Krissi Hewitt von der San Diego State University in Kalifornien wollte eigentlich nur herausfinden, was für Keime es überhaupt in Büros gibt. Das Ergebnis lautet: Verdammt viele. Und zwar deutlich mehr in Männer-als in Frauen-Büros. Warum ist das so?

Von Dagmar Baumgarten

Über besorgte Mütter, die ihre Kinder nicht draußen spielen lassen wollen, weil doch da überall widerliche Bazillen, Keime und Parasiten rumwuseln, müssen umdenken. Künftig muss es heißen: "Los, geh auf dem Misthaufen, dem Hinterhof, dem Bahnhofsklo spielen - Hauptsache, NICHT in Papas Büro!

Denn dank der amerikanischen Forscher wissen jetzt Keimphobiker, dass das komische Gefühl, absolut berechtigt ist, das sie immer haben, wenn Männer den Toilettengang mal wieder in Rekordzeit absolvieren. Für die Studie untersuchten Hewitt und Kollegen 90 Büros in New York, San Francisco und Tucson auf ihre Keimbelastung. Dabei nahmen sie überall Proben von verschiedenen Oberflächen. Ihr Ergebnis: Telefone und Stühle seien am stärksten mit Keimen belastet gewesen. Überrascht waren sie selber, dass die Mikrobenanzahl in Männerbüros so viel höher war als bei den Frauen. Der Grund sei mangelnde Hygiene, sagen die Forscher.

Haben manche Männer einen Nicht-Wasch-Zwang? Darauf angesprochen, kommt mit schuldbewusstem Gesichtsausdruck ein Genuscheltes: "Äh Zähneputzen schon wieder? Na klar mache ich. Heute Abend, oder Morgen, oder so…" oder ein , "ja doch klar, hab ich mir nach dem Klo die Hände gewaschen, mach ich doch immer!" Dass der Wahrheitsgehalt dieser Aussage mikrobiologisch klein ist, wissen wir nicht erst seit der neuesten Studie. Aber der nagende Zweifel ist jetzt amtlich. Strenge Pedantinnen sehen sich bestätigt. Ihre Zweifel sind berechtigt, und deshalb bohren sie bei der Post-Toiletten-Hygiene weiter nach: "Ach ja, Du hast Dir die Hände gewaschen? Wie hast Du das gemacht, obwohl doch das Wasser abgestellt, und die Seife schon seit Stunden alle ist?" Es folgt entweder die Kapitulation, oder ein verzweifeltes: "Äh was, ach so, ja äh, also, für solche Fälle hab ich selbstverständlich immer eine Mini-Sprudelflasche und ein Stück Instant -Seife in der Innentasche meines Sakko dabei. Ich muss mir auch sofort Nachschub holen, deshalb hab ich für weitere Nachfragen leider keine Zeit!"

Mangelnde Hygiene vor allem in Männer-Büros

Nützt jetzt nichts mehr, denn jetzt haben wir es ja wissenschaftlich bestätigt: Waschbecken in Männertoiletten führen ein einsames Leben. Denn es gibt zwei offizielle Gründe für das Bakterien-Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Büros. Erst der Männerfreundliche: Weil Männer meist größer sind als Frauen haben sie auch mehr Oberfläche, auf der sich die harmlosen Keime vermehren können. Aber der zweite Grund lässt sich selbst von den männlichen Mitgliedern im amerikanischen Forscherteam nicht bestreiten. Resigniert geben sie zu: "Männer sind dafür bekannt, dass sie sich weniger die Hände waschen, und auch weniger die Zähne putzen!" Dadurch verbreiten sie auf ihrem Körper ein sehr Fortpflanzungs-freundliches Klima für viele Keime.

Wenn also abends im Büro das Licht ausgeht, bedeutet das nicht überall Feierabend. Denn besonders auf den Telefonen und den Bürostühlen herrscht noch sehr viel geschäftiges Treiben. Da freuen sich die kleinen Mikroben schon auf den nächsten Tag. Denn sie wissen: Heute geht der Bürobewohner mit seinen Jungs aus. Es gibt viele verschiedene Kneipen, mit viel Bier, das auch wieder hinauswill. Es werden wenige Hände gewaschen, aber viele Hände geschüttelt. Dank der Erdnuss-Schälchen auf dem Tresen kommen noch ein paar salzige Mikroben dazu. Es gibt also Bereiche in der Wirtschaft, wo man sich um Nachwuchs absolut keine Sorgen machen muss. Ach so eine Warnung noch an alle, die sich folgende Ausrede zurechtgelegt haben: "Lieber Chef, ich kann nicht arbeiten kommen - Ihr Büro macht mich krank!" - das geht leider nicht, denn alle 300 Keimarten sind als harmlos eingestuft worden.

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