TIERE

Hundebiss: Mischlinge schnappen genauso oft zu wie 'Kampfhunde'

Diese Hunde schnappen am häufigsten zu
Wie gefährlich sind Rottweiler wirklich? © dpa bildfunk

Wann beißen Hunde zu - wie oft sterben Menschen?

In mehr als jedem dritten Haushalt in Deutschland leben Tiere. Im Jahr 2010 wurden den Unfallversicherungen insgesamt 3.610 Unfälle mit Bissverletzungen gemeldet, davon 75 Prozent durch Hunde und Katzen - die beliebtesten Haustiere. Deutlich seltener bissen Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Ratten und Mäuse zu. Das ‚Deutsche Ärzteblatt‘ hat einen Bericht über Tierbissverletzungen veröffentlicht und dafür Statistiken der vergangenen fünf Jahre ausgewertet.

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Dabei kam heraus, dass Bissverletzungen bevorzugt in warmen Jahreszeiten auftreten. In 90 Prozent ist der eigene oder ein bekannter Hund verantwortlich. Rüden haben übrigens dreimal häufiger zugebissen als Hündinnen. Und: Mischlinge und Hunde mit Rassetypenbezeichnungen waren gleich häufig an Bissverletzungen beteiligt. Das widerlegt also die Annahme, dass bestimmte so genannte ‚Kampfhundrassen‘ am häufigsten zubeißen. Oft wurde das Tier übrigens erschreckt, geärgert oder beim Fressen gestört, bevor es zuschnappte.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sterben in Deutschland jährlich ein bis sechs Personen an den Folgen eines Hundebisses. Größere Hunde verursachen naturgemäß schwerere Bissverletzungen als kleinere Hunde. Spezielle Hunderassen (Pit Bull, American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Rottweiler, Schäferhund) dominieren allerdings in den Statistiken tödlicher Bissattacken. Tödlich enden meist unbeobachtete und betreffen Opfer, die sich schlecht selbst verteidigen können, also vornehmlich ältere Menschen und kleine Kinder. Aufgrund der geringen Größe und der Plastizität von Säuglingsschädeln ist es großen Hunden möglich, den gesamten Kopf in die Schnauze zu nehmen und unter starkem Schütteln abzubeißen. Die Todesursachen sind in den meisten Fällen Gefäßverletzungen mit Verbluten oder Schädel-Hirn-Trauma.

Eine Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach zu Tieren in deutschen Haushalten ergab für das Jahr 2013, dass 11,89 Millionen Hunde, 12,68 Millionen Katzen, 2,6 Millionen Vögel, 3,52 Millionen Fische, 4,35 Millionen Nager, 2,53 Millionen andere Tiere mit einem Herrchen zusammen leben.