Lauter Sex: Dürfen Lust-Schreie verboten werden?
Wenn Sex zu den Ohren heraushängt
Es gibt kein Entkommen. Der Postmann ist diesem Lärm ebenso schutzlos ausgeliefert wie die Mutter, die ihr Kind gerade auf dem Schulweg begleitet. Schuld am Geräuschpegel auf der Straße sind jedoch ausnahmsweise keine Presslufthammer-Arbeiten. Zumindest nicht im üblichen Sinn: Caroline Cartwrights lautes Stöhnen und Schreien beim Sex geht so weit, dass sie schon hinter Gittern landete. Jetzt erklärt die Engländerin das ekstatische Geräuschkonzert zum "Menschenrecht".
Zwei bis drei Stunden, jede Nacht. In dieser Zeit rauben die schweißtreibenden Ertüchtigungen der Cartwrights ihrer Nachbarin den Schlaf. "Es ist unnatürlich. Es hört sich an, als hätten beide erhebliche Schmerzen", klagt Rachel O’Connor. Manchmal erinnere es an "Mord": Das Bett schlägt gewaltsam gegen die Wand, ein heftiges Klatschen verstört die Anwohner.
Schließlich liegen die Nerven in der Nachbarschaft dermaßen blank, dass sie eine "Anti-Social Behavior Order" gegen die 48-Jährige Hausfrau erwirken. Damit ist es Caroline vier Jahre lang untersagt "exzessiv lauten Sex" innerhalb Englands zu haben. Leichter gesagt als getan: Innerhalb von zehn Tagen bricht sie die Anordnung drei Mal und landet deshalb kurzzeitig im Gefängnis.
Jetzt setzt sich Caroline gerichtlich zur Wehr und beruft sich dabei auf den "Human Rights Act", der allen Menschen ein Recht auf "Respekt vor ihrem Privat- und Familienleben" zusichert. Ob Sex am Morgen aus Rücksicht niemanden zu wecken oder wenig verlockendes Kissenbeißen - Caroline hat alles versucht. Ohne Erfolg. Vielleicht braucht es auch nur einen Tapetenwechsel, damit das Ehepaar endlich seinen wahrhaftigen Erfolg genießen kann: Selbst nach 25 Jahren Ehe sind sie im Bett ein unschlagbares Team.





















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