Gleiches Universum, unterschiedliche Interessen?
Ina (28) ist durch ihre ältere Schwester zum Star Trek-Fan geworden. Sie glaubt, dass es bei Star Trek keinen Männerüberhang gibt, höchstens unterschiedliche Interessenschwerpunkte. "Männer interessieren sich wahrscheinlich mehr für die Technik", sagte sie, "mich interessiert eigentlich alles an Star Trek. Die Geschichte, die Charaktere, der kritische Blick auf die heutige Welt und auch die Action". Am liebsten lebt sie ihr Fansein durch Convention-Besuche aus, um die Schauspieler zu sehen, ihnen zuzuhören und andere Fans zu treffen. „Das geht leider nur nicht so oft“, bedauert Ina. "Diese Convention habe ich mir selbst zum Geburtstag geschenkt."
Star Trek-Experte Mike Hillenbrand, Autor des Buches "Star Trek in Deutschland", malt jedoch ein anderes Bild: In seinem Panel, in dem er auch eine begeisterte Lobrede auf den neuen Star Trek-Film hält, sagt er. "Wir wollen eine Geschichte sehen, Charaktere, und danach ein bisschen Action, so zum Angucken." Wollen Männer also doch das gleiche wie Frauen? Eine packende Storyline und faszinierende Charaktere statt Action-Spektakel in Endlosschleife?
Möglicherweise ist das von Film zu Film und Serie zu Serie unterschiedlich. So zeigt sich beim Panel der Perry Rhodan-Autoren ein eklatanter Frauenschwund: Saßen im Raum vorher noch die Hälfte Frauen, so sind es nun höchstens noch ein Viertel. Perry Rhodan ist traditionell eine Männerdomäne: Die Heftroman-Serie existiert bereits seit den 60er Jahren und geht auf Band 2500 zu. Zwar hat die Serie mit der Zeit neue Wege eingeschlagen – es gibt mittlerweile wesentlich mehr weibliche Protagonistinnen, beispielsweise Raumschiff-Kommandantinnen – doch scheint sich dadurch die Zahl der weiblichen Leser noch nicht erhöht zu haben. Mit der einsteigerfreundlichen neuen Serie "Perry Rhodan Action" versucht die Redaktion, jüngere Leser zu erreichen. Auch Frauen?
"Nein, speziell nicht", sagt Carolina Möbis (30), "zwar würde sich die Redaktion sicher über mehr weibliche Leser freuen, jedoch ist nicht geplant, diese speziell anzusprechen." Ist bei Perry Rhodan auch eher schwer vorstellbar. "Frauen werden mehr durch Filme, deren Stories und Charaktere angezogen als durch eine Heftroman-Reihe", sagt Carolina. Frauen lesen eher mehr Fantasy – aber diese Trennung löse sich langsam durch die Vermischung von Sci-Fi und Fantasy-Elementen auf. Ihrer Einschätzung nach stimme also das Klischee von den technikliebenden Männern und den eher handlungs- und charakterbetonten Frauen.