'Der Islam braucht eine sexuelle Revolution' von Seyran Ates
Über 'Der Islam braucht eine sexuelle Revolution'
Sexualität im Islam ist von Verboten, Ängsten und Gewalt geprägt. Die Folgen sind fatal, und das nicht nur für die Einzelnen, sondern für eine ganze Kultur. Seyran Ates fordert eine sexuelle Revolution im Islam, denn eine freie Gesellschaft braucht eine freie Lebensgestaltung. Musliminnen, die selbst entscheiden wollen, wen sie lieben, werden mit dem Tode bedroht. Muslime, die sich gegen eine arrangierte Ehe wehren, werden von ihren Familien verstoßen. Wer sich im Islam offen zu seiner Homosexualität bekennt, begibt sich in Lebensgefahr. Dennoch behauptet die islamische Welt, die bessere, die moralischere Religion zu haben. Einige religiöse Fanatiker bekämpfen den vermeintlich dekadenten Westen sogar mit Gewalt. Doch eine Gesellschaft, die freie Selbstbestimmung untersagt, ist in jeder Hinsicht rückschrittlich: In Bildung, Forschung und Wirtschaft sind muslimische Länder dem Westen deutlich unterlegen. Seyran Ates plädiert für eine sexuelle Revolution im Islam. Genau wie die Frauen und Männer in den westlichen Ländern, die in den 60er Jahren erfolgreich für ihre sexuelle Selbstbestimmung gekämpft haben, müssen sich auch die Musliminnen und Muslime ihre Rechte erstreiten. Nur so können Freiheit und Menschenwürde in der islamischen Welt wirklich gelebt werden.
Über Seyran Ates
Seyran Ates wurde 1963 in Istanbul geboren und lebt seit ihrem sechsten Lebensjahr in Berlin. Nach dem Abitur begann Seyran Ates ihr Studium der Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie bei einer Beratungsstelle für Migrantinnen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt waren. Dort wurde sie mit 21 Jahren von einem muslimischen Extremisten angeschossen; sie überlebte schwer verletzt. Eine Frau, die sie beraten hatte, starb. Monate dauerte Seyran Ates’ körperliche Genesung, seelisch litt sie viele Jahre am Attentat.
Erst mit 27 Jahren konnte sie ihr Studium wiederaufnehmen. 1997 eröffnete sie eine Kanzlei, spezialisierte sich auf Familien- und Strafrecht und vertrat vor allem Frauen aus muslimischen Ländern. Nach ständigen Bedrohungen und zuletzt einem tätlichen Angriff nach einer Gerichtsverhandlung schloss sie im August 2006 ihre Kanzlei und gab ihre Anwaltszulassung zurück. Seyran Ates beteiligt sich jedoch weiterhin an öffentlichen Diskussionen. Als Menschenrechtsaktivistin hat sie stets einen besonderen Blick für Frauenrechte. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Ehrung zur Frau des Jahres durch den Deutschen Staatsbürgerinnen-Verband (2005) und das Bundesverdienstkreuz (2007).
Seyran Ates hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Ihre Erlebnisse von Zwang und Gewalt in ihrer Kindheit schildert sie in dem Buch 'Wo gehören wir hin? Zwei türkische Mädchen erzählen'. Im Jahre 2003 erschien ihre Autobiographie "Große Reise ins Feuer". 2007 erschien bei Ullstein 'Der Multikulti-Irrtum. Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können'. Seyran Ates lebt mit ihrer dreijährigen Tochter und einem Teil ihrer großen Familie in Berlin.




















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