"Ich hab' Rücken": Das Rückgrat als weibliche Problemzone
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Rücken: Eine rein weibliche Problemzone?
"Geh doch endlich zum Arzt", sagt Marias Freund schon etwas genervt. "So schlimm ist es auch wieder nicht", denkt sich die 32-Jährige und geht leicht gekrümmt zur Arbeit. Marias Problem teilen laut einer Studie 85 Prozent der deutschen Frauen zwischen 25 und 34 Jahren. Das sind weit mehr weibliche als männliche Betroffene. Sind Rückenschmerzen also ein vorwiegend frauliches Problem?
Von Franziska Walther
Frauen leiden häufiger und länger an einem schmerzenden Rücken als Männer. Experten meinen, das liegt an den alltäglichen Belastungen, denen sich vorwiegend Frauen aussetzen. Dazu gehören zum Beispiel Haus-und Gartenarbeit. Aber auch Shoppen birgt Risiken: Schwere Einkaufstaschen können starke Rückenleiden verursachen. Außerdem treten die Schmerzen bei vielen typischen Frauenberufen wie Krankenschwester oder Kassiererin auf. Hinzukommt, dass große Brüste häufig für "Kreuzweh" sorgen. Und während der Periode oder in der Schwangerschaft kann der Rückenschmerz zum ständigen Begleiter werden. Letztlich wird aber auch schlicht die weibliche Eitelkeit zum Verursacher: High Heels zwingen die Frau, auf den Fußballen zu laufen und bewirken somit einen Gang mit Hohlkreuz.
So ist die Wirbelsäule aufgebaut
Hauptelement unseres Rückens ist die Wirbelsäule mit dem umgebenden Rückenmark und allerhand Muskeln, Sehnen und Fett-Einlagerungen. Die Wirbelsäule besteht aus insgesamt 35 einzelnen Wirbeln, die zum Teil fest verwachsen sind. Zwischen den "losen" Wirbeln befinden sich die Bandscheiben, die wie Stoßdämpfer wirken. Die Wirbelsäule ist in fünf Abschnitte unterteilt, die jeweils unterschiedlich viele Wirbel einschließen. Es gibt sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel und jeweils fünf Lenden-, Kreuzbein- und Steißbeinwirbel. Das menschliche Rückgrat ist - von der Seite betrachtet - in einer doppelten S-Form gekrümmt. Diese Formung wirkt wie eine Feder: Sie fängt Erschütterungen ab und verteilt diese gleichmäßig, sodass das empfindliche Gehirn vor Stößen geschützt wird.
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Rückenschmerzen dank Evolution?
Rückenschmerzen sind zwar überaus unangenehm und belastend, aber leider sehr natürlich. Die Evolution brachte es mit sich. Von Natur aus ist das Rückgrat rundlich gebogen. Als der Mensch sich dann vom Vier- zum Zweibeiner entwickelte und plötzlich aufrecht ging, veränderte sich die gesamte Statik im Körper. Zwar konnte der Körper sich den neuen Anforderungen schnell anpassen, aber der Rücken ist bis heute eine Problemzone. Denn durch das aufrechte Gehen wird die Rückenpartie besonders beansprucht: Die nun mehr senkrechten Belastungen drücken auf die Wirbel und die Bandscheiben.
Da ist es nicht verwunderlich, dass das schmerzende Rückgrat mittlerweile eine echte Volkskrankheit ist. Schon im Kleinkindalter fängt es an, und bei den 14 bis 19-Jährigen leiden bereits 40 Prozent an mehr oder weniger lang anhaltenden Rückenschmerzen. Im Erwachsenenalter leiden werden bereits vier von fünf Deutschen mindestens einmal im Jahr vom "Kreuzweh" geplagt. Da wundert es auch nicht, dass ein Drittel aller vorzeitigen Rentenanträge wegen eines chronischen Rückenleidens gestellt werden.
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