Essverhalten: Emotionale Fallen vermeiden
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Wie unsere Emotionen das Essverhalten steuern
Essen dient der Versorgung des Körpers mit Nährstoffen und Energie - soweit die Theorie. Tatsächlich essen wir aber meist, weil wir Lust auf etwas haben, uns schlecht fühlen oder weil wir uns langweilen. Kurz: Was und wann wir essen, wird von Emotionen gesteuert und führt uns oft in die Falle. Nur, wer diesen Zusammenhang kennt, kann sein Essverhalten langfristig ändern und Essfallen erfolgreich vermeiden.
Von Heike Elisabeth Schmidt
Wird ein Baby gestillt, fühlt es sich im Arm seiner Mutter geborgen und sicher. Bereits in diesem frühen Lebensstadium lernt unser Gehirn, Essen und Empfindung miteinander zu verknüpfen und die simple Nahrungsaufnahme mit Glücksgefühlen und Wohlbehagen zu assoziieren. In den Jahren darauf wird der Zusammenhang zwischen Emotionen und Essen immer komplexer. Beim Erwachsenen hat sich das Essverhalten zu einem komplizierten Geflecht aus Lust und Genuss, aber auch Reue und Scham entwickelt.
Als Erwachsene wissen wir auch: Essen kann dick und krank machen. Dem wohligen Genuss, den ein Becher Schoko-Mousse beim Essen vermittelt, folgt deshalb oft ein schlechtes Gewissen und der Vorsatz, sich für den Rest des Tages nur noch von Salat zu ernähren. Aus einem guten Gefühl wurde quasi im Löffel-Umdrehen ein schlechtes.
Ein Teufelskreis aus Essen, Reue und Buße
Bei einer Befragung des Allensbach-Institutes von 2008 gaben zehn Prozent der Befragten an, sie würden aus Frust oder Stress essen. Das klingt nicht nach einem Massenproblem, doch die Dunkelziffer derer, die gegen ihre schlechte Stimmung oder den Druck von außen an"fressen", dürfte weitaus höher sein. Zum einen ist vielen die emotionale Ursache ihres Frustessens gar nicht bewusst. Zum anderen fällt es uns schwer, den eigenen Kontrollverlust im Rahmen einer Befragung zuzugeben - sei sie auch noch so anonym.
Für Eva Gesine Baur, Autorin des Buches "Süße Gelüste. Wie die Stimmung uns beim Essen beeinflusst", liegt genau hier der Knackpunkt: Die Situationen, in denen wir zu viel vom Falschen essen, löschen wir anschließend wieder aus unserem Gedächtnis. Denn: Der kulinarische Kontrollverlust ist uns peinlich und verursacht Schuldgefühle. Beim letzten Brunch wurde uns schlecht, weil wir Unmengen von Lachs, Shrimps und Croissants in uns hineingestopft haben? Das ist zwei Wochen später, wenn wir vor dem nächsten Büfett stehen, schon längst wieder vergessen. Wir greifen beherzt zu und der Kreislauf beginnt von neuem.
Wer aber noch genau weiß, in welchen Situationen ihm das Maßhalten besonders schwer fällt, kann beim nächsten Mal besser auf die leckeren Verführer reagieren und den Teufelskreis aus Essen, Reue und Buße durchbrechen. Kurz: Nur wer seine Lieblings-Essfallen kennt, tappt in Zukunft nicht mehr hinein. Baur ist gelernte Köchin und hat sich in ihrem Buch eingehend mit dem Wechselspiel von Gefühlen und Essen auseinandergesetzt. Angelehnt an ihre Erkenntnisse stellen wir Ihnen hier die fünf häufigsten Essfallen vor und verraten Ihnen, wie Sie sie erfolgreich umgehen.















