GESUNDHEIT GESUNDHEIT

HPV: Schockdiagnose Gebärmutterhalskrebs

HPV: Die gefährlichen Viren können Gebärmutterhalskrebs auslösen.
HPV: Die gefährlichen Viren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. © Getty Images/iStockphoto, kasto80

Infektion mit HPV: Gebärmutterhalskrebs ist im frühen Stadium heilbar

Die Diagnose Krebs ist der Albtraum einer jeden Frau. Bei der Gebärmutter unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Arten: Gebärmutterhalskrebs und Gebärmutterkrebs. So ähnlich die Worte klingen, so sehr unterscheiden sie sich aber auch in einigen wesentlichen Punkten.

Unter Gebärmutterhalskrebs versteht man eine bösartige Veränderung des Gewebes im Bereich des Gebärmutterhalses. Doch der Krebs ist meist früh in Vorsorgeuntersuchungen erkennbar und daher im Frühstadium zu fast 100 Prozent heilbar.  

In Deutschland erkranken jedes Jahr durchschnittlich 6.200 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Das sind etwa 3 Prozent aller Krebserkrankungen. Gebärmutterhalskrebs entsteht gehäuft bei Frauen zwischen 35 und 54 Jahren sowie bei über 65-jährigen Frauen.

Gebärmutterhalskrebs: Auslöser und Therapie

Gebärmutterhalskrebs wird vor allem durch eine Infektion mit dem so gennanten humanen Papillomavirus (HPV) ausgelöst. Die Viren übertragen sich hauptsächlich über direkten Haut- und Schleimhautkontakt, insbesondere durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. HPV-Infektionen sind häufiger als man denkt – etwa 80 Prozent der Bevölkerung haben im Laufe ihres Lebens bereits eine Infektion durchgemacht und höchstwahrscheinlich noch nicht einmal etwas davon bemerkt, da die Beschwerden oft unauffällig sind. Nur bei 20 Prozent der Betroffenen verbleibt das Virus auch dauerhaft im Körper; etwa 5 Prozent von ihnen entwickeln nach mehreren Jahren einen Gebärmutterhalskrebs.

Frühe Stadien eines Zervixkarzinoms lassen sich mittels Laserchirurgie oder einer sogenannten Konisation (einem operativen Eingriff am Gebärmutterhals) mit sehr guten Heilungsaussichten behandeln. Bei diesen Methoden bleibt die Gebärmutter erhalten und auch Schwangerschaften sind meist problemlos möglich. Bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs ist eine größere Operation oder Bestrahlung notwendig.

HPV-Impfung zur Vorbeugung

HPV muss nicht tödlich verlaufen
HPV: Die gefährlichen Viren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. © dpa bildfunk

Seit März 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts eine HPV-Impfung für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Die Impfung schützt vor zwei sogenannten Hochrisiko-HP-Viren, die für etwa 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind: HPV 16 und 18. Den größten Nutzen hat die Impfung bei Frauen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Aber auch junge, bereits sexuell aktive Frauen können von der Impfung profitieren.

Bedeutsam ist, dass die HPV-Impfung zwar vor einer Infektion mit den krebsauslösenden Viren der Typen 16 und 18 schützen kann. Es gibt allerdings weitere HP-Viren, die ebenfalls, aber deutlich seltener Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Daher sollten auch gegen HPV geimpfte Frauen weiterhin die jährlicheKrebsfrüherkennung beim Frauenarzt in Anspruch nehmen.

Diagnose Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) entsteht aus Zellen der Gebärmutterschleimhaut. Im Unterschied zum Gebärmutterhalskrebs tritt diese Krebserkrankung vorwiegend bei älteren Frauen auf, im Mittel sind die Patientinnen über 65 Jahre alt. Die Heilungsaussichten bei Gebärmutterkrebs sind bei frühzeitiger Entfernung des Tumors sehr gut.

Der erste Hinweis auf einen Gebärmutterkrebs ist meist eine Blutung aus der Scheide, die nach den Wechseljahren auftritt - also dann, wenn Frauen bereits keine normale Monatsblutung mehr haben. Auch ungewöhnlich starke oder unregelmäßige Blutungen bei Frauen vor den Wechseljahren können ein Hinweis für Gebärmutterkrebs sein.

Gebärmutterkrebs: Vom Verdacht zur Therapie

Strahlentherapie gegen Tumorgewebe
Strahlentherapie gegen Tumorgewebe © dpa bildfunk

Mit Ultraschall lässt sich der Krebsverdacht bestätigen. Um die Diagnose zu sichern, nimmt der Gynäkologe eine sogenannte Ausschabung der Gebärmutter vor und lässt das dabei entnommene Gewebe untersuchen.

In den meisten Fällen von Gebärmutterkrebs ist es notwendig, die Gebärmutter in einer Operation zu entfernen. Wenn nach der Operation noch Tumorreste im Körper zurückgeblieben sind, kann eine Strahlentherapie (Bestrahlung) das restliche Tumorgewebe zerstören.

Anzeige