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HPV-Impfung: Unfruchtbar nach Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs?

Verunsicherung über HPV-Impfung

Seit 2007 ist die Impfung gegen den humanen Papillomavirus (HPV) und damit gegen Gebärmutterhalskrebs in Deutschland zugelassen. Für Mädchen von 12 bis 17 Jahren wird sie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfohlen und die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Ältere zahlen selbst oder müssen auf die Kulanz ihrer Kasse hoffen.

Der Fall einer Australierin sorgt nun aber für Verunsicherung: Nach einer HPV-Impfung sind ihre Eierstöcke zerstört und die 16-Jährige ist unfruchtbar. Obwohl noch nicht geklärt ist, inwieweit die Impfstoffe dafür verantwortlich sind, macht die australische Gesundheitsbehörde dem Hersteller Vorwürfe. Das Unternehmen habe die Nebenwirkungen, insbesondere der Unfruchtbarkeit, nicht ausreichend untersucht. In einer schriftlichen Stellungnahme der deutschen Niederlassung heißt es aber, "eventuelle Auswirkungen der Impfung […] auf die Fertilität junger Frauen" seien untersucht und nicht nachgewiesen worden.

Fehlende Langzeitdaten zur HPV-Impfung

Der bereits seit ihrer Zulassung bestehenden Diskussion um den Nutzen dieser Impfung gibt der - bisherige - Einzelfall neuen Zündstoff. Dabei hatten Mediziner des 'Centers for Disease Control and Prevention' (CDC) in Atlanta 2009 genau aus diesem Grund die Daten amerikanischer Impf-Patientinnen genauer unter die Lupe genommen. Von in den USA 23 Millionen geimpften Frauen wurden bis dahin 12.424 Beschwerdefälle gemeldet. Davon wurden 772 Fälle als schwerwiegend eingestuft - nach den Wissenschaftlern eine ähnliche Quote wie bei anderen Impfstoffen. Allerdings seien "schwerwiegenden Nebenwirkungen" wie Ohnmachtsanfälle oder Blutgerinnsel nach der HPV-Impfung im Vergleich zu anderen häufiger aufgetreten.

Nicht zuletzt aufgrund der fehlenden Langzeitdaten zur Wirkung der noch jungen HPV-Impfung, ist sie als Schutz vor Gebärmutterhalskrebs sowohl in den USA wie auch in Europa daher nach wie vor umstritten. Die deutschen Behörden halten aber nach wie vor daran fest, dass die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren mehr nütze, als sie möglicherweise schadet.

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