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Hormonfreie Verhütung: Kupferball, Kupferkette und Kupferspirale

Ist das eine Alternative zu Pille, Spirale und Co.?
Ist das eine Alternative zu Pille, Spirale und Co.? Kupferperlen-Ball - verhüten ohne Hormone 00:01:06
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Kupferball, Kupferkette und Kupferspirale schützen ohne Hormone

Die Hormonspirale ist neben der Antibaby-Pille eines der beliebtesten Verhütungsmittel bei Frauen. Jetzt gerät sie zunehmend in die Kritik. Für Frauen, die hormonfrei verhüten möchten, ist Kupfer eine tolle Alternative. Neben der klassischen Kupferspirale und der Kupferkette gibt es jetzt auch noch die Möglichkeit des sogenannten Kupferballs. Wir stellen euch die Verhütungsalternativen aus Kupfer und ihre Vor-und Nachteile vor. 

Hormonspiralen könnten Frauen psychisch krank machen. So sollen 'Mirena', 'Jaydess' und 'Kyleena' möglicherweise psychische Erkrankungen auslösen. Kein Wunder, dass hormonfreie und gleichzeitig sichere Alternativen zu hormonellen Verhütungsmethoden immer beliebter werden. Wer nach Alternativen sucht, kommt um Varianten aus Kupfer kaum herum: Ob Kupferkette, Kupferspirale oder -ganz neu- der Kupferball - für Frauen, die hormonfrei verhüten wollen, ist Kupfer eine tolle Möglichkeit. Doch was können die Alternativen aus Kupfer? Und welches sind die Vor- und Nachteile?

Kupferball:
Der Kupferball oder auch Kupferperlenball kommt genau wie Kupferkette und Kupferspirale ohne Hormone aus. Das Besondere am Verhütungsball ist ein Trägerfaden aus Nitinol. Die sogenannte Formgedächtnislegierung Nitinol wird in der Medizn schon seit langem für Implantate wie z.B. Stents verwendet. Produkte aus Nitinol lassen sich beliebig verformen, kehren jedoch immer wieder zu ihrer ursprünglichen Form zurück. Diese Materialeigenschaft macht es möglich, dass der Trägerfaden des Kupferballs, auf dem sich 17 Kupferperlen befinden, durch ein schmales Röhrchen in die Gebärmutter eingeführt werden kann. Unmittelbar nach der Einlage in der Gebärmutterhöhle formt sich der mit einer Polymerschicht ummantelte Nitinol-Draht zu einem kugelförmigen Gebilde. Der Kupferball liegt nun flexibel und frei im Uterus. Eine Fixierung wie bei der Kupferkette ist nicht notwendig.

Vorteile des Kupferballs:
Durch die Kugelform ist die Reizung der Gebärmutterschleimhaut sehr gering. Der Kupferball ist im Allgemeinen besser verträglich als herkömmliche Spiralen. Die Verhütung erfolgt über einen langen Zeitraum von 5 Jahren und ist dabei völlig hormonfrei. Die Fruchtbarkeit wird sofort nach der Entfernung wiederhergestellt. Vorteilhaft ist die einfache und schnelle Einlage. Eine Befestigung an der Gebärmutter, so wie z.B. bei der Kupferkette ist nicht notwendig.

Nachteile des Kupferballs:
Bei allen kupferhaltigen Verhütungsmitteln kann es zu einer stärkeren Menstruationsblutung und zu Zwischenblutungen kommen. Die Lage des Kupferperlenballs muss alle 12 Monate per Ultraschall kontrolliert werden, da eine Ausstoßung prinzipiell möglich ist

Kosten des Kupferballs:
Der Kupferball ist nicht ganz günstig. Die Kosten für Voruntersuchung, Einlage und Nachkontrolle variieren von Arzt zu Arzt. Deshalb lohnt sich auf jeden Fall, mehrere Preise einzuholen. Die Kosten liegen laut Herstellerangaben zwischen 300 und 500 €. 

Kupferkette:
Die Kupferkette gehört wie auch die Kupferspirale und der Kupferball zu den sogenannten Intrauterinpessaren. Sie wird also in die Gebärmutter eingesetzt. Die Kupferkette ist die Weiterentwicklung der herkömmlichen Kupferspirale. Ebenso wie die Kupferspirale gibt sie Kupfer-Ionen ab, die eine Schwangerschaft verhindern sollen. Im Gegensatz zur Spirale, die in ihrer Form einem nicht biegbaren T gleicht, ist die Kupferkette flexibel und rahmenlos. Dadurch dass die Kupferkette klein, biegsam und flexibel ist und frei in der Gebärmutter hängt, ist sie sehr verträglich, weil sie sich auf diese Weise der Form und Größe der Gebärmutter der Anwenderin anpasst. Weil sie von Gynäkologen mit einem Knoten im Muskel der Gebärmutterwand verankert wird, kann sie kaum verrutschen und ausgestoßen werden.

Vorteile der Kupferkette:
Die Kupferkette bietet eine sehr hohe Sicherheit und keinen Eingriff in den Hormonhaushalt. Außerdem ist im Gegensatz zur Kupferspirale bei der Kupferkette eher keine verstärkte Monatsblutung zu erwarten. Da die Größe variabel ist, ist sie auch für junge Frauen mit einer sehr kleinen Gebärmutter geeignet, für die eine Kupferspirale zu groß ist. Nach dem Entfernen ist die normale Fruchtbarkeit unmittelbar wiederhergestellt.

Nachteile der Kupferkette:
Ein Gynäkologe muss die Kette einsetzen und entfernen. Die Verankerung im Gewebe der Gebärmutter ist möglicherweise schmerzhaft (vergleichbar starken Menstruationsbeschwerden). Es muss vorher abgeklärt werden, ob eine Kupferallergie besteht, denn dann darf die Kupferkette nicht eingesetzt werden. Die Lage der Kupferkette muss alle 12 Monate per Ultraschall kontrolliert werden, da eine Ausstoßung prinzipiell möglich ist


Verhütungscheck: Die Kupferkette
Verhütungscheck: Die Kupferkette Die Kupferkette als neues Verhütungsmittel 00:02:06
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Kupferspirale - der Klassiker der Kupfer-Verhütungsmittel

Kupferspirale
Bei der Kupferspirale handelt es sich um ein hormonfreies Verhütungsmittel, das vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Die Kupferspirale hat eine T-Form und besteht aus Kunststoff. In der Mitte ist sie mit Kupferdraht umwickelt. Am unteren Ende der Spirale befinden sich zwei Sicherheits- oder auch Rückholfäden, mit denen die Kupferspirale wieder entfernt werden kann. Die Kupferspirale setzt wie Kupferkette und Kupferperlenball kontinuierlich Kupfer-Ionen frei, die eine Entzündungsreaktion der Gebärmutterschleimhaut verursachen. Dadurch werden die Spermien daran gehindert, zur Eizelle zu gelangen. Außerdem besitzt Kupfer spermizide Eigenschaften. Die Kupferspirale wird mithilfe eines Plastikröhrchens durch einen Arzt in die Gebärmutter eingesetzt. Dies geschieht üblicherweise während oder am Ende der Regelblutung, da der Gebärmutterhals zu dieser Zeit etwas geweitet ist.

Vorteile der Kupferspirale: 
Keine hormonelle Belastung  und sehr hohe Sicherheit. Der Pearl-Index der Kupferspirale liegt je nach Kupferkonzentration bei 0,9 bis 3. Er kann aber auch niedriger sein und 0,4 bis 1 betragen. Damit gilt die Intrauterinspirale als sehr sicher.

Nachteile der Kupferspirale: 
Zu den Nachteilen dieser hormonfreien Verhütungsart gehört, dass sie Einfluss auf die Menstruationsbeschwerden haben kann. Die Blutungen können stärker sein, aber auch länger andauern. Frauen, die eine Spirale tragen, sollten mindestens alle 6 Monate den Sitz beim Frauenarzt kontrollieren lassen. Im ersten Monat nach dem Einlegen der Spirale besteht ein gering erhöhtes Risiko für eine Eileiterentzündung. Außerdem schützt eine Spirale nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.


Die Kosten liegen sowohl bei der Kupferkette als auch bei der Spirale mit Kupferdraht zwischen etwa 150 und 200 Euro inklusive Einsetzen.

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