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Hormonelle Verhütungsmethoden: Verhüten mit Antibabypille, Verhütungsring oder Hormonspirale

Es muss nicht immer die Pille sein
Es muss nicht immer die Pille sein Verhütungsmethoden im Überblick 00:02:40
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So wirken hormonelle Verhütungsmethoden

Hormonelle Methoden wirken als Einzel- oder Kombinations-Präparat durch 1-3 Komponenten. Die für die Verhütung der Frau eingesetzten Hormone sind Östrogene und Gestagene bzw. deren Derivate und/oder Progesteron.

So wirken hormonelle Verhütungsmethoden
Hormonelle Verhütungsmethoden: So wirken Antibabypille, Hormonpflaster 6 Co.

1. Antibabypille/Mikropille

Wirkungsweise:

- Verdickung des Schleimpfropfens vor dem Muttermund, um den Aufstieg der Spermien in die Gebärmutter zu verhindern

- Der Eisprung wird unterdrückt (Ovulationshemmung)

- Ein evtl. trotzdem befruchtetes Ei kann sich wegen der Veränderung der Gebärmutterschleimhaut nicht einnisten (Nidationshemmung).

Anwendung: dreiwöchige, regelmäßige orale Einnahme, eine Woche Pause

Vorteile: Bei richtiger Einnahme das sicherste Präparat zur Empfängnisverhütung

Nachteile: hohe Dosierung nötig, da die Wirkstoffe Magen, Leber und Darm passieren müssen, ungeeignet für Raucherinnen über 35 Jahre, bei hohem Blutdruck, Thromboseneigung und Lebererkrankungen, verschiedenen Studien zufolge erhöht die langfristige, regelmäßige Einnahme der Pille das Risiko für Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Leberkrebs, Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs, Durchfall, Erbrechen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und ein bereits einmaliges Vergessen der Pilleneinnahme können ihre Wirkung vermindern, möglich: Übelkeit, Kopfschmerzen, Brustspannen, Gewichtszunahme, verminderte Libido, nicht für stillende Mütter, da das Östrogen die Muttermilch beeinflusst, nicht für stark übergewichtige Frauen geeignet

Pearl-Index: 0,1-0,9

Kosten: 5 bis 15 Euro pro Monat

Für wen geeignet: für gesunde Frauen mit hohem Sicherheitsbedürfnis nach empfängnisverhütender Wirkung

Das kosten hormonelle Verhütungsmethoden

2. Minipille

Wirkungsweise: Die Minipille ist frei von Östrogen und verhindert daher den Eisprung nicht. Das enthaltene Gestagen bewirkt die Verdickung des Schleimpfropfens vor dem Muttermund, hindert die Spermien am Aufstieg in die Gebärmutter und eine Nidationshemmung (Einnisten des Eis in der Gebärmutterschleimhaut)

Anwendung: durchgängige (28 Tage) orale Einnahme zur selben Zeit

Vorteile: geringe hormonelle Belastung, weniger Infektionen durch den Schleimpfropf

Nachteile: sehr zuverlässige zeitliche Einname erforderlich, Zyklusstörungen, Zwischenblutungen, wirkt erst nach 14 Tagen, ein Einnahmefehler bedingt eine 14-tägige Phase fehlenden Empfängnisschutzes, möglich: Gewichtszunahme

Pearl-Index:2,5

Kosten: zwischen ca. 8 bis 15 Euro pro Monat

Für wen geeignet: für Frauen, mit Östrogen-Unverträglichkeit, für stillende Mütter, für Frauen, die sich an den eng begrenzten zeitlichen Einnahmerahmen halten können

3. Östrogenfreie Minipille

Wirkungsweise: enthält wie die Minipille nur Gestagen (Verdickung des Schleimpfropfens, Veränderung der Gebärmutterschleimhaut), verhindert aber zusätzlich den Eisprung

Anwendung: durchgängige (28 Tage) orale Einnahme

Vorteile: geringe hormonelle Belastung, Zyklusveränderung (weniger häufige und schwächere Blutungen), Besserung bei regelbedingten Kopfschmerzen und schmerzhaften Regelblutungen

Nachteile: Zyklusveränderung (weniger häufige und schwächere Blutungen), möglich: Gewichtszunahme

Pearl-Index: 0,1 – 0,4

Kosten: pro Monat ca. 15 Euro

Für wen geeignet: für Frauen, mit Östrogen-Unverträglichkeit, für stillende Mütter, für Frauen, die sich an den eng begrenzten zeitlichen Einnahmerahmen halten können

Hormonelle Verhütungsmethoden: Verhüten mit Antibabypille, Verhütungsring oder Hormonspirale
© dpa, Carsten Rehder

4. Drei-Monats-Spritze

Wirkungsweise: ein Gestagen-Depot hemmt den Eisprung, verändert die Gebärmutterschleimhaut und verdickt den Schleimpfropf

Anwendung: alle drei Monate eine Spritze in den Gesäßmuskel

Vorteile: keine Anwendungsfehler möglich

Nachteile: relativ hohe hormonelle Belastung, spontanes Absetzen bei Kinderwunsch oder Nebenwirkungen nicht möglich, erhöhtes Osteoporose-Risiko, möglich: Zyklusstörungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Verminderung der Libido

Pearl-Index: 0,5

Kosten: 30 Euro für 3 Monate

Für wen geeignet: für gesunde Frauen mit hohem Sicherheitsbedürfnis nach empfängnisverhütender Wirkung, für Frauen, die sich aus verschiedenen möglichen Gründen nicht um das Thema Verhütung kümmern können oder möchten

5. Verhütungsring/Vaginalring

Wirkungsweise: Der Ring gibt Östrogen und Gestagen direkt über die Schleimhaut in der Scheide ab, hemmt den Eisprung, verändert die Gebärmutterschleimhaut und verdickt den Schleimpfropf

Anwendung: wird für 21 Tage wie ein Tampon in die Vagina eingeführt

Vorteile: relativ geringe hormonelle Belastung, weniger Einnahmefehler, Wirkung wird durch Erbrechen und Durchfall nicht beeinflusst, falls der Ring beim Geschlechtsverkehr stört, kann er für maximal drei Stunden entfernt werden

Nachteile: häufige Scheideninfektionen, möglich: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, verminderte Libido, Übelkeit, Brustspannungen und -verhärtungen, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Akne, schmerzhafte Regelblutungen, Zyklusstörungen, Fremdkörpergefühl

Pearl-Index: 0,65

Kosten: ca. 47 Euro für drei Monate

Für wen geeignet: für gesunde Frauen, die die Antibabypille gut vertragen aber mit der regelmäßigen Einnahme Probleme haben

6. Hormonpflaster

Wirkungsweise: Das Pflaster gibt Östrogen und Gestagen direkt über die Haut ab, hemmt den Eisprung, verändert die Gebärmutterschleimhaut und verdickt den Schleimpfropf

Anwendung: das quadratische 4,5 cm große Pflaster wird dreimal für je eine Woche auf die Haut geklebt, die vierte Woche ist pflasterfrei

Vorteile: weniger Einnahmefehler, Erbrechen und Durchfall beeinträchtigen die Wirkung nicht

Nachteile: ähnliche Nebenwirkungen wie bei der Pille, bei einem Körpergewicht ab 90 kg kann die Wirkung beeinträchtigt sein, Pflaster ist sichtbar, möglich: Hautirritationen, schmerzhaftere Regel

Pearl-Index: 0,9

Kosten: ca. 41 Euro für drei Monate

Für wen geeignet: für gesunde Frauen, die die Antibabypille gut vertragen aber mit der regelmäßigen Einnahme Probleme haben

7. Verhütungsstäbchen

Wirkungsweise: Das Implantat gibt Gestagen ab, verdickt dadurch den Schleimpfropf, verhindert den Eisprung und verändert die Gebärmutterschleimhaut, um eine Einnistung zu verhindern

Anwendung: Der Arzt implantiert das streichholzgroße Stäbchen für drei Jahre unter örtlicher Betäubung an der Innenseite des Oberarms unter die Haut

Vorteile: relativ geringe hormonelle Belastung, keine Anwendungsfehler

Nachteile: Zyklusveränderung, ähnliche Nebenwirkungen wie bei der Minipille möglich

Pearl-Index: 0 – 0,1

Kosten: 300 Euro für 3 Jahre plus Arzthonorar für das Implantieren

Für wen geeignet: für gesunde Frauen mit hohem Sicherheitsbedürfnis nach empfängnisverhütender Wirkung, für Frauen, die sich aus verschiedenen möglichen Gründen nicht um das Thema Verhütung kümmern können oder möchten

8. Hormonspirale

Wirkungsweise: Die Hormonspirale (ca. 3 cm großer T-förmiger Kunstoffkörper) gibt Gestagen ab, verdickt dadurch den Schleimpfropf und verändert die Gebärmutterschleimhaut, um eine Einnistung zu verhindern

Anwendung: Die Spirale wird bei erstmaliger Anwendung 7 Tage nach Beginn der Menstruation vom Gynäkologen/in mit Hilfe einer Einführhülse eingesetzt, alle 6-12 Monate muss der korrekte Sitz der Spirale mittels Ultraschall vom Arzt kontrolliert werden

Vorteile: relativ geringe hormonelle Belastung, Stärke und Schmerzen der Blutung nehmen ab, Libido ist nur sehr selten gestört, geringeres Risiko einer Eileiterschwangerschaft, weniger Scheiden-Infektionen

Nachteile: leichter Wehenschmerz beim Einsetzen, ca. 7 % der Frauen stoßen die Spirale in den ersten Anwendungsmonaten aus, mögliche Nebenwirkungen wie bei der Pille (Kopfschmerzen, Brustspannen, Akne, Zyklusveränderungen, Gewichtszunahme, Oedeme, Depressionen)

Pearl-Index: 0,1

Kosten: 300 bis 400 Euro für 5 Jahre

Für wen geeignet: für gesunde Frauen mit hohem Sicherheitsbedürfnis nach empfängnisverhütender Wirkung, für Frauen, die sich aus verschiedenen möglichen Gründen nicht um das Thema Verhütung kümmern können oder möchten, besonders für Frauen, die unter starken und schmerzhaften Monatsblutungen leiden

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