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Hormone: Hormontherapie in den Wechseljahren?

Frau hält Tabletten
Helfen Hormone in den Wechseljahren? © picture alliance / Bildagentur-o, Tetra Images/Bildagentur-online

Hormone in den Wechseljahren?

Um Ärzten und Frauen mehr Sicherheit bei der Therapie-Entscheidung in den Wechseljahren zu geben, hat die deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe jetzt eine "Leitlinie zur Hormontherapie in der Peri- und Postmenopause" herausgegeben. Es ist die Erste ihrer Art in Deutschland. Professor Olaf Ortmann, Koordinator der Leitlinie und Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Uni Regensburg am Caritas-Krankenhaus St. Josef: "Wir haben zwei Jahre lang, zusammen mit vielen anderen Organisationen - darunter auch Frauenvertretungen - umfassend Studien zur Hormontherapie ausgewertet."

Dabei hat sich bestätigt, dass es kein einheitliches Behandlungsschema gibt. "Der Gynäkologe muss individuell – auch vor dem Hintergrund von Vorerkrankungen - beraten und zusammen mit der betroffenen Frau eine Risiko-Nutzen-Abwägung vornehmen", so Ortmann. Hormone können sehr erfolgreich zur Linderung von Hitzewallungen, Schlafstörungen oder zum Schutz vor Osteoporose eingesetzt werden. Sie sind aber nicht nebenwirkungsfrei: Die Risiken für Thrombosen, Schlaganfälle und Erkrankungen der Gallenblase sowie für Brust- oder Eierstockkrebs sind erhöht.

Olaf Ortmann: "Zur Einordnung muss man sagen, dass diese Risiko-Erhöhung zwar existiert, sich bei gesunden Frauen aber eher selten realisiert." Eine Hormontherapie zum Schutz vor Herzinfarkten wird nicht empfohlen. Dafür stehen andere Behandlungsmethoden zur Verfügung. Auch auf die Alterungsprozesse der Haut habe die Hormontherapie - der Leitlinie zufolge - keinen speziellen Einfluss. Nach gründlicher Beratung

muss am Ende jede Frau selbst entscheiden, ob sie ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko für mehr Wohlbefinden in Kauf nimmt.

Die Hormontherapie in den Wechseljahren ähnelt der Pille

Der Beginn der Wechseljahre macht sich vor allem durch den Mangel an Progesteron und damit verbundenen Zyklusstörungen bemerkbar. Die Menstruation wird unregelmäßiger, was üblicherweise mit Gestagen-Präparaten behandelt wird. Später eintretende Beschwerden werden meist von einem Östrogenmangel verursacht und werden durch medikamentöse Einnahme dieses Hormons therapiert.

Setzen die Wechseljahre ein, müssen Frauen - ähnlich wie bei der Antibaby-Pille - drei Wochen lang Hormone einnehmen. Dann folgt eine Pause, in der die Blutung einsetzt. Nach einigen Jahren kann die Behandlung auf eine kontinuierliche Hormontherapie umgestellt werden, bei der dann keine Regelblutung mehr auftritt. 

Die Behandlung mit Hormonen kann in Form von Tabletten, Spritzen, oder Nasensprays erfolgen. Darüber hinaus gibt es Gele und Pflaster, mit deren Hilfe Hormone über die Haut aufgenommen werden können. Manchmal vertragen Frauen die Hormonzufuhr per Medikament anfangs nicht besonders gut, da sich der Körper erst auf die Veränderung einstellen muss.

Verbessert sich die Situation nach etwa drei Monaten nicht, sollten Sie mit Ihrem Arzt über den Wechsel des Medikaments sprechen. Denn es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Präparate. Eine trockene Scheide, Brennen oder Juckreiz können Betroffene mit östrogenhaltigen Cremes, Zäpfchen oder Vaginaltabletten behandeln lassen.

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