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Homöopathie: Wirkung homöopathischer Mittel im Überblick

Homöopathische Arzneimittel kommen meist als Tropfen oder wie hier als kleine Kügelchen, den sogenannten Globuli.
Homöopathische Arzneimittel gibt es meist als Tropfen oder wie hier als kleine Kügelchen, den sogenannten Globuli. © picture-alliance/ ZB, Ralf Hirschberger

Was ist eigentlich Homöopathie und wie funktioniert sie?

Der deutsche Arzt und Apotheker Samuel Hahnemann ist der Begründer der Homöopathie. Er leitete im Jahr 1796 aus Selbstversuchen ab, dass Stoffe, die bestimmte Krankheitssymptome erzeugen, genau gegen diese Krankheit als Arzneien wirksam sind.

Im Laufe der Zeit gewann er die Erkenntnis, dass die Wirksamkeit umso größer wird, je stärker der Stoff verdünnt ist. Auch die Konstitution des Patienten spielt bei der Wahl des Medikamentes eine Rolle. Ein eher nervöser Typ bekommt andere Medikamente als ein phlegmatischer.

Ein wissenschaftlicher Nachweis, dass diese Art der Behandlung tatsächlich funktioniert, ist bisher noch nicht gelungen, dennoch schwören viele Menschen, auch Ärzte – insbesondere in Deutschland und Frankreich, aber auch zum Beispiel in Indien - auf homöopathische Mittel, und es gibt zahlreiche Berichte über Heilerfolge.

Wirkung durch Placebo-Effekt?

Kritiker führen diese Erfolge auf den sogenannten Placebo-Effekt zurück. Das heißt, bereits der Glaube, dass die Medikamente wirksam sind, führt zu einer Heilung.

Da die meisten der verwendeten Mittel mehr oder weniger giftig sind, werden sie verdünnt. Homöopathen sprechen von Potenzen. Gängig sind zwei Maßeinheiten: D- und C-Potenzen. D1 entspricht 1:10, D2 1:100, D3 1:1.000 und so weiter. Bei den C-Potenzen geht das Ganze in Hunderterschritten.

Rasch (ab D23) ist die Grenze erreicht, an der rechnerisch nicht ein einziges Atom oder Molekül der Ursprungssubstanz mehr in der Verdünnung enthalten ist. D78 entspricht einem einzelnen Wassermolekül im gesamten Universum. Es gibt aber auch Verdünnungen bis weit in den Bereich D1.000 hinein. Die Homöopathen behaupten, dass die Ursubstanz eine Art Abdruck in der Trägersubstanz hinterlässt. Aber auch das ist wissenschaftlich (bisher) nicht beweisbar. Nebenwirkungen sind wegen der starken Verdünnung spätestens ab D5 oder D6 auszuschließen. Ein Fläschchen mit einer großen Menge Kügelchen, die eintausendmal immer mit dem Faktor zehn verdünnt wurden (D1.000) ist (rezeptfrei) in der Apotheke für rund 30 Euro zu erhalten.

Wer sich von einem Homöopathen behandeln lassen möchte, muss zu Beginn einmal durch die homöopathische ‚Anamnese’. Der Patient wird dabei äußerst ausführlich zu seiner Person und Krankengeschichte befragt. Das kann ein paar Stunden dauern und ist der teuerste Teil der homöopathischen Behandlung.

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