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'Hollaback!'-Kampagne: Morddrohungen nach Veröffentlichung des Videos

'Hollaback!'-Kampagne bringt Shoshana Roberts Morddrohungen ein

Es ist ein Video, das zeigt, wie eine junge Frau namens Shoshana Roberts in Manhattan innerhalb von 10 Stunden von über 100 Männern angesprochen und belästigt wird. Die junge Frau wollte damit auf den Alltagssexismus aufmerksam machen. Wie zur Bestätigung bekommt sie nun Morddrohungen wegen des Videos.

Zurufe, Belästigungen und schiefe Blicke – was Frauen zu hören und zu sehen bekommen, wenn sie durch die Straßen gehen, ist oft unglaublich. Nicht selten sind sie Opfer dummer Sprüche und werden als pures Sex-Objekt wahrgenommen. Das hat Shoshana Roberts am eigenen Leib zu spüren bekommen. Die Schauspielerin ist für die Organisation ‚Hollaback!‘ zehn Stunden durch Manhattan gelaufen. Ihr Freund hat die unglaublichen Anmachen, denen die junge Frau ausgesetzt war, gefilmt.

Was auf Sexismus aufmerksam machen und wachrütteln sollte, hat nun drastisch negative Auswirkungen. Nur wenige Stunden nach dem Veröffentlichen des Videos bekommt Shoshana Roberts Morddrohungen auf YouTube und an ihre private E-Mail-Adresse. In einer dieser Kommentare wird sie als ‚hässliche Tussi‘ bezeichnet. Es wird sich darüber lustig gemacht, dass die Zahl der Anmachen sehr niedrig ist. Außerdem werden die sexistischen Äußerungen verharmlost.

Die Sprüche, die Shoshana sich anhören musste, sind alles andere als harmlos. Während sie unauffällig gekleidet durch die Straßen gelaufen ist, muss sie sich Sprüche wie "Willst du nicht reden?" oder "Redest du mit mir, wenn ich dir meine Nummer gebe?" anhören. Ein Mann ist sogar fünf Minuten lang stumm neben ihr her gegangen. Man will sich nicht vorstellen, was sich Frauen anhören müssen, die etwas freizügiger gekleidet unterwegs sind.

Zum Glück überwiegt die Zahl der positiven Kommentare und Rückmeldungen. Bleibt zu hoffen, dass der Sinn und Zweck der ‚Hollaback!‘-Kampagne, nämlich Geld zu sammeln und auf das Thema alltägliche Belästigung aufmerksam zu machen, erfolgreich ist - und Frauen in Zukunft unbeschwerter durch die Straßen gehen können.

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