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'Höschenblues' von Nina Engele: Wie wichtig ist guter Sex?

'Höschenblues' von Nina Engele: Wie wichtig ist guter Sex?
'Höschenblues' von Nina Engele © RTL interactive/ Schwarzkopf & Schwarzkopf

Leseinfo zu 'Höschenblues'

Lilly ist verlobt - und sollte eigentlich glücklich sein. Immerhin ist Bastian treu, liebevoll und bereit, alt und grau mit ihr zu werden. Doch so sehr die beiden im Alltag harmonieren, im Bett läuft es schlecht. Als Lilly ihren Exfreund Robert zufällig wiedertrifft, beginnt sie zu zweifeln: Kann sie einen Mann heiraten, der sie als Frau kaum wahrnimmt? Oder sollte sie Robert, den fantastischen Liebhaber, zurückgewinnen?

Eine junge Frau, zwei Männer und die große Frage: Wie wichtig ist eigentlich guter Sex? Lilly muss sich entscheiden, ob sie sich für immer an einen tollen Mann, aber miesen Liebhaber binden will. 'Höschenblues' ist ein Roman über die Liebe und darüber, was schlechter Sex für eine Beziehung bedeutet.

Interview mit der Autorin Nina Engele

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen erotischen Roman über schlechten Sex zu schreiben?

Eigentlich wollte ich einen Roman über wahnsinnig guten Sex schreiben. Nur, ist das die Realität? Haben Paare immer, ständig und überall wahnsinnig guten Sex? Ich weiß, dass es in vielen Schlafzimmern leider ganz anders aussieht. Und wie geht Frau damit um? In der Regel wird das Thema totgeschwiegen und das Paar dreht sich mit seinem schlechten Sex im Kreis.

Worin liegt für Sie der Reiz, eine erotische Geschichte zu schreiben?

Sexualität spielt überall in unserer Gesellschaft eine Rolle und sie ist eines der kompliziertesten Themen des menschlichen Zusammenlebens. Das Glück einer Ehe, die Zukunft einer Familie und der Zusammenhalt eines Paares kann unter Umständen einzig und allein damit zusammenhängen, wie glücklich das Paar im Bett miteinander ist. Der Roman bietet hervorragende Möglichkeiten, dieses Thema zu betrachten und zu analysieren.

Er ermöglicht es außerdem, in andere Welten und Körper abzutauchen, sich Fantasien und Anregungen geben zu lassen und Sexualität aus anderen Blickwinkeln zu erfahren. Wenn ich etwa einen Roman über SM lese, erfahre ich den Reiz, den die Spieler hierbei haben. Ich kann für mich entscheiden, ob ich dem im realen Leben nachgehen möchte oder nicht.

Wie ist die Idee zu dem Roman entstanden? Gab es ein bestimmtes Schlüsselerlebnis oder eine spezielle Inspirationsquelle?

Ja. Der Roman fing ursprünglich mit der Szene an, bei der Lilly am PC sitzt und ihrem Exfreund im Internet hinterherspioniert. Mehrere Gespräche mit Freundinnen und meiner Familie haben mich damals zum Nachdenken gebracht und ich habe mich gefragt, was eine Frau antreiben kann, ihrem Ex hinterherzuspionieren.

Sie bekommen es hin, aus schlechtem Sex etwas Amüsantes zu machen und aus einem Roman über schlechten Sex dennoch etwas Erotisches. Wie schaffen Sie das?

Ich hätte aus dem schlechten Sex auch ein Drama machen können, aber so ist die Protagonistin nicht veranlagt. Sie ist optimistisch und versucht, für ihren Sex zu kämpfen. Ihre unbedarfte Art (Lilly kann es gar nicht fassen, dass sie überhaupt schlechten Sex hat!) lässt die Szenen charmant erscheinen.

Lilly hat wirklich Pech. Ihr Verlobter Bastian bietet ihr Geborgenheit, ist aber eine Niete im Bett. Ihr Ex Robert ist ein toller Liebhaber, aber unzuverlässig. Sind "geordnete Bahnen" und toller Sex unvereinbar?

Nein, das wäre ja furchtbar! Nur hier, in diesem Falle bekommt Lilly nicht beides. Aber natürlich gibt es Beziehungen, die sehr geordnet sind und in denen die Paare ganz wundervollen Sex haben. Glückspilze!

Für wie wichtig halten Sie persönlich guten Sex für eine Beziehung?

Für sehr wichtig. Wie gesagt, ob eine Beziehung wirklich langfristig Bestand haben kann, hängt meines Erachtens nach zum Großteil auch von der Sexualität des Paares ab und wie gut diese in die Beziehung integriert ist. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem das Paar lernen muss, wieder sexy füreinander zu sein. Ich denke, sobald ein Paar aufhört, auf sich zu achten, sei es körperlich. also was das äußere Erscheinungsbild anbelangt, oder seelisch, dann wird es mit der Zeit immer schwieriger, wieder zueinander zu finden.

(Quelle: Schwarzkopf & Schwarzkopf)

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