Hochschwangere bringt Baby auf Klinikrasen zur Welt

Vom Krankenhaus abgewiesen

Dieses Bild schockiert Mexiko. Eine junge Frau kniet auf dem Rasen vor einem Krankenhaus und bringt unter Schmerzen ihr Kind zur Welt. Der neugeborene Junge liegt unter ihr im Gras, noch durch die Nabelschnur mit ihr verbunden. Hilfe durch Krankenhauspersonal ist nicht in Sicht. Das Foto, das die mexikanische Zeitung "La Razón de Mexico" auf ihrer Titelseite zeigt, löste in ganz Mexiko Empörung aus.

Geburt auf Klinikrasen
Geburt auf Klinikrasen

Als bei der hochschwangeren Irma Lopez die Wehen einsetzten, machte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann zu Fuß auf den Weg in das nächstgelegene Krankenhaus. Nach einem einstündigen Fußmarsch erreichte die 29-Jährige die Klinik in San Felipe Jalapa de Díaz. Doch das Klinikpersonal verweigerte der werdenden Mutter jede Hilfe und wies das Indio-Paar einfach ab. Vergebens versuchte ihr Mann, die Krankenschwestern um Hilfe zu bitten. So musste Irma Lopez ohne ärztlichen Beistand ihren Jungen auf dem Rasen vor der Klinik gebären. Ein Passant fotografierte Irma Lopez und lies das Bild der mexikanischen Zeitung "La Razón de Mexico" zukommen.

Die Verantwortlichen der Klinik suchen nach Ausflüchten. Es habe Verständigungsprobleme gegeben, erklärte ein Mitarbeiter. Das Indio-Paar habe kein Spanisch gesprochen. Außerdem habe nicht genügend Personal zur Verfügung gestanden. Gegen die Klinik in San Felipe Jalapa de Díaz wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Wie die Bürgermeisterin von San Felipe Jalapa de Diaz, Silvia Flores, bestätigt, war Irma Lopez nicht die erste Schwangere, die von einer Klinik abgewiesen wurde. Dies sei bereits die zweite Freiluft-Geburt innerhalb eines Jahres.

Ein Glück für Irma Lopez: Ihrem Sohn geht es gut. Der Junge trägt den Namen Salvador, zu Deutsch "der Retter".

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