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HIV-Übertragung: Schnelle Reaktion kann Infektion mit dem HI-Virus verhindern

Um eine HIV-Übertragung zu verhindern, ist schnelles Reagieren wichtig
HIV-Übertragung: Postexpositionsprophylaxe kann Ansteckung verhindern © dpa/dpaweb, A3446 Patrick Seeger

HIV-PEP kann die HIV-Übertragung verhindern

Was soll man tun, wenn man den Verdacht hat, sich mit dem HI-Virus (HIV) infiziert zu haben? Wer ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte oder wem beim Sex einmal das Kondom gerissen ist, muss sich vielleicht auf einmal mit dem Thema HIV beschäftigen. Eine schnelle Reaktion ist in jedem Fall sehr wichtig.

Wer begründete Sorge hat, sich mit HIV infiziert haben zu können, muss so schnell wie möglich handeln: Die Deutsche Aids-Gesellschaft empfiehlt hier, sich im nächstgelegenen Krankenhaus vom Arzt eine Postexpositionsprophylaxe, kurz HIV-PEP verabreichen zu lassen. Diese besteht aus einer Medikamentenkombination zweier starker Virusmittel und senkt das Risiko, dass es tatsächlich zu einer Infektion mit dem HI-Virus kommt.

Die HIV-PEP sollte so bald wie möglich nach der eventuellen Übertragung verabreicht werden - idealerweise vor Ablauf von 24 Stunden, besser jedoch innerhalb von zwei Stunden. Sind seit der möglichen Infektion mehr als 72 Stunden vergangen, wird die HIV-PEP nicht mehr empfohlen, denn je mehr Zeit vor dem Beginn der Behandlung verstreicht, desto kleiner werden die Erfolgschancen.

Risiko einer HIV-Übertragung verringern

Studien zufolge verringert die HIV-PEP das Ansteckungsrisiko um mehr als 80 Prozent, wenn die Therapie innerhalb von 48 Stunden nach dem (eventuellen) Kontakt mit dem Virus begonnen wird. Doch auch die sofortige Einnahme der entsprechenden Medikamente bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Übertragung.

Hier muss der Betroffene gemeinsam mit seinem Arzt entscheiden, ob eine solche Therapie infrage kommt - je nachdem, wie hoch die Ansteckungsgefahr war und wie wahrscheinlich eine Infektion demnach ist. Die HIV-PEP hat allerdings teils starke Nebenwirkungen: Nach der Behandlung kann es zu Übelkeit und Fieber bis hin zu Leberschäden und Muskellähmungen kommen.

Ist es für die HIV-Prophylaxe schon zu spät, hilft auch ein sofortiger HIV-Test nur wenig. Erst drei Monate nach der möglichen Infektion liefert der Test ein zuverlässiges Ergebnis. Erst dann können die entsprechenden Antikörper nachgewiesen werden. Testen lassen sollten sich Betroffene aber in jedem Fall - denn falls das Ergebnis tatsächlich positiv sein sollte, muss so früh wie möglich mit der Behandlung begonnen werden. Einen HIV-Test kann man bei den Aids-Beratungsstellen der Gesundheitsämter meist anonym und kostenlos machen.

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