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HIV-Heilung: Impfstoff gegen Aids gefunden?

Für HIV gibt es keine Heilung. Kann eine Impfung eine Infektion verhindern?
Eine Studie zeigt, dass eine Impfung zu einer HIV-Heilung führen könnte. © Dan Race - Fotolia

Die Studie sei "von großer Bedeutung"

Der Kampf der Mediziner gegen die HIV-Infektion findet bereits seit vielen Jahren statt. Nun wird zumindest von UN-Organisationen und Herstellern ein "erster echter Erfolg bei der Entwicklung von Aids-Impfstoffen" vermeldet. Eine Studie mit 16 000 Teilnehmern belege erstmals, dass eine Impfung eine HIV-Infektion bei Erwachsenen verhindern könne, so die Weltgesundheitsorganisation WHO und das UN-Aidsprogramm UNAIDS.

Jeden Tag stecken sich rund 7500 Menschen neu mit dem Aids-Erreger HIV an. Nach Angaben des Herstellers Sanofi-Pasteur in Lyon gab es mit dem Impfstoff 31,2 Prozent weniger HIV-Infektionen als mit einem Scheinimpfstoff (Placebo).

Noch stärkere Worte nahm der Gesundheitsminister von Thailand, Withaya Kaewparadai, in den Mund: Das Ergebnis ist ein Durchbruch in der Entwicklung von Aids-Impfstoffen, weil es das erste Mal ist, dass ein HIV-Impfstoff vorbeugend wirkt." Der Test hatte in Thailand stattgefunden. Der Impfstoff besteht aus einer Kombination zweier einzelner Mittel, den Substanzen "Alvac HIV" von Sanofi-Pasteur und "Aidsvax B/E" von Vaxgen.

Von einem sicheren Schutz durch die Impfung lässt sich aber in keiner Weise sprechen, schließlich liegt die Wirksamkeit der Impfung der Studie zufolge bei rund 30 Prozent. Das wissen auch die Wissenschaftler. Entsprechend sei noch viel Arbeit zu tun, um die Daten zu analysieren und den Schutz-Mechanismus des Impfstoffes besser zu begreifen. Derzeit sei eine Zulassung des Impfstoffes noch nicht möglich. Die Untersuchung ist eine Phase-III-Studie, die die Wirksamkeit des Impfstoffes an vielen Menschen prüft.

Warnung der Deutschen Aids-Gesellschaft

HIV-Heilung: Impfstoff gegen Aids gefunden?

Die Deutsche Aids-Gesellschaft warnte davor, das Ergebnis der Studie zu überschätzen. "Sie ist ein positives Signal, aber bis wir einen Schutz für alle haben - was man ja von einer Impfung erwartet - werden noch viele Jahre vergehen, falls es überhaupt je gelingt", sagte Präsident der Gesellschaft, Prof. Jürgen Rockstroh von der Universitätsklinik Bonn.

Wenn einmal ein Impfstoff vorhanden sei, müsse er an alle Menschen verteilt werden, die ihn benötigten, heißt es in dem UN-Papier. Frühe Impfstoffe mit relativ geringer Wirkung könnten allenfalls als zusätzliche Strategie genutzt werden - in Kombination mit Verhaltensänderungen und Kondomen. Nach jüngsten Daten von UNAIDS sind weltweit rund 33 Millionen Menschen mir dem Erreger infiziert. Allein 2007 steckten sich 2,7 Millionen Menschen an, 2 Millionen Patienten starben.

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