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HIV: Das müssen Sie über den HI-Virus wissen!

Das sollten Sie über HIV wissen
Das sollten Sie über HIV wissen Experte klärt wichtige Fragen zum Virus 00:03:18
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Aids ist nicht heilbar, nur behandelbar

Noch immer gibt es keinen wirkungsvollen Impfstoff gegen das tödliche HI-Virus, mit dem sich allein in Deutschland jährlich 3000 Menschen anstecken. "Die Aufklärung über HIV und AIDS muss intensiviert werden. AIDS ist nicht heilbar, sondern nur behandelbar", sagt Jan Schwertner, Vorstandsmitglied bei 'Vergiss Aids nicht'. Wir haben die wichtigsten Fakten rund um das Thema HIV für Sie zusammengestellt.

Alles, was Sie über HIV wissen müssen
Aids ist nicht heilbar, nur behandelbar © dpa, Rolex Dela Pena

Was bedeuten HIV und Aids?

Aids steht für die englische Bezeichnung 'Acquired Immune Deficiency Syndrome', also 'erworbener Immundefekt’. Bei einem Immundefekt ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert. Ursache für Aids ist die Infektion mit HIV, dem Immundefekt-Virus. Als 'Aids' wird das Stadium bezeichnet, in dem das Immunsystem stark beeinträchtigt ist und sich bestimmte lebensbedrohliche Infektionskrankheiten entwickeln können.

Wie viele Menschen sind betroffen?

Nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts leben etwa 80.000 Menschen hierzulande mit einer HIV-Infektion. Seit 2013 haben sich rund 3200 Menschen mit HIV infiziert - davon etwa 2700 Männer. Die Zahl der Neuinfektionen pro Jahr sei seit 2006 relativ konstant.

Wie wird der Virus übertragen?

1. Analverkehr: Die Darmschleimhaut ist äußerst empfindlich und kann HIV direkt aufnehmen.

2. Vaginalverkehr: Durch kleine, nicht spürbare Verletzungen der Scheide oder Reizungen der Gebärmutter (z.B. durch die Spirale oder durch Pilze und andere sexuell übertragbare Erreger) kann HIV aus infektiösem Sperma in die Blutbahn der Frau gelangen. Umgekehrt kann Scheidenflüssigkeit auch zur Ansteckung des Mannes führen.

3. Oralverkehr: Diese Sexualpraxis birgt ein geringes Risiko, wenn Sperma in den Mund der Partnerin/des Partners gelangt.

4. Drogenkonsum: Ein sehr hohes Infektionsrisiko besteht bei Menschen, die sich Drogen spritzen. Vor allem, wenn sie ein bereits von einer anderen Person benutztes Spritzbesteck verwenden.

5. Direkter Blutkontakt: Vorsicht vor Ritualen wie der Blutsbruderschaft. Blutvermischungen können durchaus zu einer Ansteckung führen.

Die Zahl der Neuinfektionen auf unverändert hohem Niveau

Keine Ansteckungsgefahr besteht hingegen bei:

- Händedruck, Umarmen, Streicheln

- Anhusten oder Anniesen

- Benutzen derselben Teller, Gläser und Bestecke

- Benutzen von Toiletten, Bädern oder Saunen

- Kontakt mit Tränenflüssigkeit

Wie schütze ich mich vor HIV?

Safer Sex ist der beste Schutz vor einer Ansteckung mit HIV. Kondome schützen übrigens nicht nur vor HIV, sie senken auch das Risiko einer Ansteckung mit einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit wie Hepatitis oder Syphilis.

Beim Oralverkehr sollten Sie darauf achten, dass kein Sperma oder Blut in den Mund, auf Schleimhäute oder in die Augen gelangt.

Wenn jemand ein erhöhtes Infektionsrisiko hatte, etwa durch Blutkontakt mit Infizierten, ist eine so genannte 'Post-Expositions-Prophylaxe’ - kurz HIV-PEP - sinnvoll. Es handelt sich dabei um eine vierwöchige Chemotherapie mit Medikamenten, die gegen HIV gerichtet sind. Sie hat die bestmögliche Wirkung, wenn sie innerhalb von zwei Stunden nach dem Risikokontakt begonnen wird. Ob eine HIV-PEP eingesetzt werden sollte, entscheidet der Arzt.

Was tun, wenn das Kondom reißt?

Männer können ihren Penis waschen und versuchen zu urinieren, um Reste von Körperflüssigkeiten des Partners oder der Partnerin ab- und auszuspülen. Ob eine Darm- oder Scheidenspülung sinnvoll ist, steht bisher noch nicht fest.

Wann ist ein HIV-Test sinnvoll?

Paare, die häufig ungeschützten Sex haben oder ein Kind planen, sollten sich vorsorglich testen lassen. Zur Risikogruppe gehören auch Drogensüchtige, die sich das Rauschgift spritzen oder Menschen, die im Ausland Bluttransfusionen bekommen haben. Als Alarmsignal gelten zudem Krankheitssymptome wie andauernder Durchfall, wochenlange Schwellungen der Lymphknoten oder anhaltendes Fieber.

Beim HIV-Test wird das Blut auf Antikörper gegen das HI-Virus untersucht. Allerdings braucht der Körper ungefähr 12 Wochen, um Antikörper zu bilden. Also bietet der Test erst drei Monate nach der Risikosituation hundertprozentige Sicherheit über eine Infektion.

Wenn Sie sich tatsächlich mit HIV angesteckt haben, ist das Testergebnis 'positiv’, weil Antikörper gefunden wurden.

Wo kann ich mich testen lassen?

Gesundheitsämter bieten den HIV-Test meist kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr von 10 bis 15 Euro an. Beim Gesundheitsamt erfolgt der Test anonym – das Ergebnis wird also nicht in Ihre Krankenakte aufgenommen.

Wenn Sie sich in einer Arztpraxis testen lassen, landet das Ergebnis in Ihrer Akte. Die Kosten für den Test werden bei echtem Ansteckungsverdacht von der Krankenkasse übernommen. Von HIV-Heimtests raten sowohl Ärzte als auch Aids-Beratungsstellen ab, weil die Ergebnisse nicht zuverlässig sind.

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