Hitzetod: Zweijähriger stirbt im Auto - auch Mutter im Fokus der Polizei

Polizei präsentiert nach Durchsuchungen neue Indizien

War der Hitzetod des kleinen Cooper ein tragisches Unglück oder etwa kaltblütiger Mord? Diese Frage treibt derzeit die US-Polizei um. Einige Indizien belasten den Vater des Zweijährigen aus Marietta (Georgia) schwer und auch die Mutter rückt jetzt offenbar in den Fokus der Fahnder.

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Georgia: Zweijähriger stirbt nach sieben Stunden in überhitzen Auto.
Sein Vater behauptet, er habe den kleinen Cooper im Auto vergessen - die Polizisten glauben dem 33-Jährigen nicht.

Justin H. ließ seinen Sohn Cooper fast acht Stunden lang im heißen Auto zurück und ging zur Arbeit. Er habe das Kind schlicht vergessen, will es erst nachmittags auf dem Heimweg entdeckt haben. So jedenfalls lautet seine Version der Dinge. Die Polizei jedoch glaubt dem 33-Jährigen diese Geschichte nicht mehr - Ermittlungen haben eine ganz andere Realität aufgedeckt.

Wie die Zeitung ‚Atlanta Journal-Constitution‘ berichtet, soll der Vater noch am Morgen vor der Arbeit mit dem 22 Monate alten Jungen zum Frühstück in einem Schnellrestaurant gewesen sein. Anschließend sei er mit dem Kind zu seinem Büro gefahren, das knapp einen Kilometer entfernt liege. Er ging zur Arbeit, den Jungen habe er bewusst auf dem Parkplatz zurückgelassen, glauben die Fahnder.

Aufnahmen einer Überwachsungskamera zeigen, wie Justin H. in der Mittagspause noch einmal an seinem Wagen war, um etwas auf dem Beifahrersitz zu deponieren. Spätestens jetzt musste er Cooper eigentlich gesehen haben. Außerdem suchte der 33-Jährige nur Tage zuvor im Internet nach Informationen, wie lange es dauert, bis ein Kind in einem überhitzten Auto stirbt. Der Polizei erklärte er später, er habe sich informiert, weil er Angst davor hatte, dass es Cooper passieren könnte. Kurz darauf stirbt sein Sohn langsam und qualvoll bei über 50 Grad an einem Hitzschlag. Ein Zufall?

Auch Mutter informierte sich über Hitzetod in Autos

Jetzt wurde bekannt, dass auch Mutter Leanna H. vor dem Tod des Jungen das Netz nach Informationen zum Hitzetod bei Kindern durchsuchte. Auf die Frage nach dem Warum habe sie “ähnliche Angaben wie zuvuor ihr Mann gemacht”, heißt es in einem Durchsuchungsbefehl, der dem ‚Atlanta Journal-Constitution‘ vorliegt. Leanna selbst gilt im Gegensatz zum Vater in dem Fall nicht als tatverdächtig. Noch nicht. Das könnte sich durch die neuen Ermittlungsergebnisse schnell ändern.

Sie hatte sich seit dem tragischen Unglück demonstrativ auf die Seite ihres Mannes gestellt. Bei Coopers Beerdigung am Samstag, die der Vater via Handy aus dem Gefängnis verfolgte, beteuerte sie laut ‚CNN‘: „Er war und ist ein wundervoller Vater.“ Sie sei absolut nicht sauer auf ihren Mann und liebe ihn nach wie vor. „Cooper hat ihm alles bedeutet.“ Daraufhin hätten die 250 anwesenden Trauergäste applaudiert. Justin H. selbst habe sich über den Telefonlautsprecher zu Wort gemeldet. „Danke für alles, was ihr für meinen Jungen getan habt. Es ist einfach furchtbar. Es tut mir so leid, dass ich heute nicht dabei sein kann.“

Seine Frau und Familie sind nicht die Einzigen, die Justin Glauben schenken. Aus dem ganzen Land schlägt ihm eine Welle der Sympathie entgegen. 11.000 Menschen unterzeichneten eine Petition, die forderte, den Vater des Jungen doch endlich in Frieden und die Anschuldigungen gegen ihn fallen zu lassen. Er habe schon genug durchgemacht, so die Begründung der Initiatoren. Nachdem die Polizei ihre neuen Ermittlungsergebnisse in dem Fall veröffentlichte, wurde die Petition jedoch gestoppt.