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Historische Gründe des Küssens

Historische Gründe des Küssens
© picture-alliance / dpa, Marcus Führer

Ein Kuss ist reine Biochemie

Es stimmt also – die Chemie muss stimmen. Ein Kuss setzt nach Erkenntnissen von US-Forschern im Hirn von Frauen wie Männern den Stoff Oxytocin frei. Dieses Hormon ist dafür bekannt, die innere Bindung von Liebenden zu fördern. Paare, die sich also viel küssen, sorgen für eine feste Beziehung. Stress baut ein Kuss dagegen nur bei Männern ab. Bei Frauen fanden die Wissenschaftler in ihren Studien keinen Rückgang des Stresshormons Cortisol.

Die Wissenschaftler haben einige Theorien parat, wenn es sich um den Ursprung für unsere Lieblingsbeschäftigung handelt:

Anal-Schnüffeln

Möglich, dass der Kuss sich aus dem tierischen Ritual des Beschnüffelns im Analbereich entwickelt hat. Der Geruch dieser Region ist für sie entscheidend. Die Parallele zum Kuss drängt sich hier auf – auch Menschen „beschnüffeln“ sich küssend, etwa bei Begrüßungen, aber auch als intimes Paar. Das geschieht vor allem dann oft und gerne, wenn sie den Geruch des Anderen mögen. In manchen Eingeborenenstämmen beschnüffeln sich auch heute noch die Paare anstatt sich zu küssen.

Historische Gründe des Küssens

Fütterungs-Küsse

In einigen Naturvölkern wird die Kuss-Fütterung noch praktiziert. Die Mutter kaut dabei die Nahrung für ihr Kind vor und überträgt sie dann per Mundkuss. Mund- zu Mundfütterung ist auch bei vielen Tierarten üblich. Die Vorstellung, dass sich aus dieser liebevollen Fütterung der Kuss entwickelt hat ist also durchaus plausibel.

Von der Mutterbrust zum Kuss

Siegmund Freud sieht den Ursprung des Kusses in der oralen Phase des Kindes. In den ersten Wochen und Monaten ist der Mund eines Babys eine hochsensible erogene Zone und das Saugen an der Mutterbrust dadurch ein sehr lustvolles, Freud zufolge sogar ein sexuelles Erlebnis. Auch beim Erwachsenen ist der Mund noch eine bedeutende erogene Zone. Vielleicht haben wir alsi den Kuss mit der Muttermilch schon aufgesaugt.

Auch Affen küssen

Tierforscher haben entdeckt, dass auch bei einigen Affen geküsst wird. Zum Beispiel bei Schimpansen. Allerdings küssen sich Affen eher selten, und auch nicht in Paarungsabsicht, sondern als Versöhnungsgeste nach einem Streit. Aber immerhin: Daraus könnte man folgern, dass Affen und der Menschen das Küssen vor langer Zeit von einem gemeinsamen Vorfahren geerbt haben. Dann wäre das Küssen wesentlich älter als die Gattung Mensch und keineswegs eine Erfindung des Homo Sapiens.

Die schönste Sache der Welt - nicht für die Deutschen: Die Deutschen haben wohl noch nicht richtig begriffen, das Küssen auch einfach Spaß macht. Laut einer Statistik sind wir hinter den Schweden auf Rang zwei einer Kussmuffel-Hitliste. Nur zwei bis drei mal täglich wird in unserem Land geküsst. Doch Deutschland hat aufgerüstet und einen Verein, den 'Kussfreunde e.V.' gegründet um uns zur Kussnation Nr. 1 zu machen.

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