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Hirntote Frau bringt Baby zur Welt: Karla wurde 54 Tage am Leben gehalten

Ein kleines Wunder

In Nebraska haben Ärzte eine hirntote Frau fast zwei Monate am Leben gehalten, um ihr ungeborenes Baby zu retten. Ihr Sohn Angel wurde am 4. April per Kaiserschnitt im Methodist Health System in Omaha zur Welt gebracht. Nach der Entbindung wurden die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt und Karla Perez für tot erklärt.

Baby Angel wird von seiner Großmutter im Arm gehalten
Seine Großmutter Berta hält den kleinen Angel im Arm.

Als die 22-Jährige über starke Kopfschmerzen klagte, ahnte niemand, was sich dahinter verbirgt. Karla kollabierte laut 'New York Dailynews' in ihrem Zuhause in Waterloo – und starb an einer Hirnblutung. Zu diesem Zeitpunkt war sie schwanger mit ihrem Sohn Angel, aber erst in der 22. Woche. Da ein Baby in diesem Alter außerhalb des Mutterleibes nicht überleben kann, mussten die Ärzte eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Das letzte Mal, dass eine hirntote Frau in den USA ein Kind bekam, war 1999. Ein riskantes Unterfangen – für das sich die Ärzte entscheiden.

Ein Team aus über 100 Ärzten, Krankenschwestern und weiteren Mitarbeitern schafft es, Karla ganze 54 Tage am Leben zu halten. Ursprünglich sollte Angel erst in der 32. Woche geholt werden. Weil sich Karlas Gesundheitszustand aber rapide verschlechterte, wurde ihr kleiner Sohn bereits früher per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Er wog nur circa 1,2 Kilogramm und musste direkt nach seiner Geburt in den Inkubator. Der kleine Kämpfer liegt noch immer auf der Neo-Intensivstation. Doch die Ärzte und seine Familie sind zuversichtlich: Sie haben Sachen mit dem Duft seiner Mutter zur ihm gelegt, damit er sich wohler fühlt. Und Karlas Organe konnten drei Menschen helfen, die auf eine Transplantation gewartet haben.

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