Hillary Clinton für Frauenrechte: Darum sollte sie unbedingt die erste US-Präsidentin werden

Hillary Clinton wird vielleicht die erste US-Präsidentin,
Unsere Autorin findet, dass Hillary genau weiß, was wichtig ist. © REUTERS, JAVIER GALEANO

Hillary Clinton hat Biss

Was viele über Wochen und Monate nicht geglaubt haben, scheint tatsächlich mehr und mehr Realität zu werden: Im Kampf um das Amt des US-Präsidenten heißt es wohl wirklich bald – Hillary Clinton gegen Donald Trump. Bleibt also nur noch zu hoffen, dass sich die Amerikaner besinnen und die Person zur ihrem Regierungsoberhaupt küren, die voll und ganz fähig ist, dieses Amt würdig auszufüllen: Hillary. Ein kurzer Überblick über das, was sie in ihrem Land (und der Welt) anders machen will.

Von Merle Wuttke

Nein, wir wollen hier nicht über den Mann mit dem komischen Teint und der noch komischeren Frisur reden, der seine krude Weltanschauung zurzeit in jedes Mikro brüllt, dass ihm auf der anderen Seite des Atlantiks unter die Nase gehalten wird. Sondern über die Frau, die wohl als Einzige noch verhindern kann, dass dieser Clown tatsächlich ins Weiße Haus einzieht und die ganze Welt durcheinanderbringt. Wir wollen über Hillary Clinton reden.

Ehemalige First Lady, ehemalige US-Außenministerin und Senatorin des Staates New York. Außerdem skandalerprobte Ehefrau (man denke an die Zigarre, eine junge Frau namens Monica Lewinsky und Clintons Mann Bill zurück), Mutter und überzeugte Feministin. Diese Frau hat in ihrer politischen Karriere gezeigt, dass sie sich nicht unterkriegen lässt, schon gar nicht von Männern, und obwohl sie mit ihren mittlerweile 69 Jahren ein wenig altersmilde wirkt, täuscht der Eindruck.

Hillary Clinton zeigt nach wie vor Zähne, wenn es sein muss (nur tut sie das auf eine klügere Art und Weise als so mancher Mann) und sie hat ihren Biss nie verloren. Schließlich tritt sie bereits zum zweiten Mal den mühsamen Weg um die Präsidentschaftskandidatur an, nachdem sie sich beim ersten Wahl Barack Obama geschlagen geben musste. Aufgeben ist nicht ihre Sache. Das bewies sie schon in den 90er-Jahren, als sie – noch als First Lady und faktisch ohne politisches Mandat – nicht müde wurde, während der Amtszeit ihres Mannes Bill die bezahlbare Krankenversicherung für alle durchzusetzen. Sie scheiterte, aber das Thema blieb bis heute auf ihrer Agenda und sollte sie tatsächlich die neue US-Präsidentin werden, wird genau das eine ihrer ersten Amtshandlungen werden – weiter das Gesundheitssystem so ausbauen, das jeder Amerikaner – egal, wie viel er verdient, darin aufgefangen wird.

Hillary Clinton ist eine starke Frau, die Frauen stärken will

Gerade die Frauen hat sie hier im Blick: Sie will, dass diese sich Verhütungsmittel leisten, bzw. den finanzierbaren Zugang dazu bekommen und plädiert für eine legale Abtreibungspraxis. Und obwohl bekennende Anhängerin des Kapitalismus, möchte sie weg vom Raubtier-Kapitalismus der letzten Jahre, der aufgrund seiner Finanzskandale und deren Auswirkungen auf die US-Wirtschaft und Gesellschaft die Mittelschicht im Land immer stärker erodiert und an den Rand der Existenzsicherung bringt. Um diese wichtige Gruppe zu stärken, will sie außerdem die Steuererleichterungen für Wohlhabende, die noch unter Bush eingeführt wurden, zurücknehmen und dafür die Mittelschicht steuerlich entlasten.

Außerdem tritt sie auch hier wiederum für Frauenrechte ein: Sie möchte den Gender Pay Gap, also den nach wie vor bestehenden Unterschied in der Bezahlung von Männern und Frauen, bekämpfen, den Mindestlohn anheben, von dem zwei Drittel der Frauen betroffen sind, ebenso die Altersarmut von Frauen verringern. Und sie möchte, dass Eltern, die ihre Kinder betreuen sowie Kinder, die ihre Eltern pflegen, eine dreimonatige bezahlte Auszeit vom Job nehmen können, um diese Aufgaben übernehmen zu können. Für Clinton sind all das keine "Frauenthemen“, sondern "Familienthemen“, die alle betreffen und auch wirtschaftlich von Bedeutung sind.

Sie möchte den Klimawandel bekämpfen und setzt sich zudem für eine Reform des Einwanderungsrechts ein, damit die vielen illegalen Einwanderer (darunter auch hier jede Menge Frauen) aus dem rechtsfreien Raum geholt werden, in dem sie leben und arbeiten. Wer das Wahlprogramm von Clinton liest, bekommt jedenfalls den Eindruck, dass es eben doch einen großen Unterschied macht, ob ein Mann oder eine Frau kandidiert – Clinton weiß eben, wie wichtig es ist, die weiblichen Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Frauenrechte waren aber schon immer ihr Thema, diese hatte sie bereits als Außenministerin im Blick – für den Rest der Welt bleibt also zu hoffen, dass, wenn sie die Wahl beginnt, sich tatsächlich überall für Frauen etwas durch ihre Macht verändern wird. Ach schade, dass wir sie nicht wählen dürfen.

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