TIERE TIERE

Hilfe, mein Hund ist zu dick!

Nicht nur wir kämpfen mit Speckröllchen. Etwa die Hälfte aller Hunde und Katzen in Deutschland haben Übergewicht.
Nicht nur wir kämpfen mit Speckröllchen. Etwa die Hälfte aller Hunde und Katzen in Deutschland haben Übergewicht. © picture-alliance/ dpa, Bernd von Jutrczenka

Nicht nur die Bevölkerung wird immer dicker. Der Trend zum Übergewicht macht auch unseren Haustieren nicht halt. Und so sind rund die Hälfte aller Hunde und Katzen in Deutschland zu dick. Ab wann ist Ihr Tier übergewichtig? So erkennen Sie, dass Ihr Liebling zu viel auf den Rippen hat.

Grundsätzlich gilt: Ist ein Tier normalgewichtig, können Sie die Rippen zwar nicht sehen, aber bei leichtem Druck ertasten. Sind die Rippen allerdings nur durch stärkeren Druck ertastbar, so hat sich unter der Haut schon eine Fettschicht entwickelt. Wenn Ihr Tier stark übergewichtig ist, hat es in der Regel keine Taille mehr. Viele Hunde und Katzen kugeln dann regelrecht durchs Leben und können sich nur noch langsam und unter großer Anstrengung bewegen. Bei Katzen entwickeln sich "Hamsterbäckchen" und die Kinnpartie wird schwammig.

Auch wenn viele Tierbesitzer es gut meinen und ihr Tier umso putziger finden, wenn es kugelrund und unbeholfen durch die Gegend tapst - gesund ist das nicht für ihr Tier. Je mehr Übergewicht es nämlich durch die Gegend schleppt umso weniger Freude hat es am Spielen und Laufen. Denn jede Bewegung ist folglich mit großer Anstrengung verbunden. Außerdem werden die Tiere kurzatmig und sind bereits nach einigen Minuten völlig außer Atem. Folglich bewegen sie sich weniger und

nehmen folglich weiter zu, wenn Sie diesem Teufelskreis nicht Einhalt gebieten. Denn sonst drohen langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Diabetes. Aber auch die Knochen und Gelenke leiden bei zu viel Körpergewicht. Die Folgen sind also die gleichen wie beim Menschen.

Meist entsteht Übergewicht durch die Kombination aus zu viel und dem falschen Futter und Bewegungsmangel. Um Übergewicht vorzubeugen, sollten Hunde pro Tag mindestens zwei bis drei Stunden draußen bewegen. HJe größer der Hund, desto mehr Auslauf braucht das Tier. Auch wenn viele Katzen in der Stadt keinen wirklichen Auslauf haben: Sie sollten sich mit dem Tier beschäftigen und durch Spielen zur Bewegung animieren. Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Ihr Tier eigentlich genug bewegt und dennoch an Gewicht zulegt, sollten Sie mit ihm zum Tierarzt gehen, um die Ursache abzuklären. Denn in diesem Fall könnte auch eine Stoffwechselerkrankung schuld sein.

Wie wird mein Tier wieder schlank?

Abnehmen funktioniert bei Tieren nicht anders als beim Menschen: Auch sie müssen mehr Kalorien verbrauchen als sie zu sich nehmen, damit die Pfunde purzeln. Mit anderen Worten: Kalorien zählen ist angesagt. Am besten lassen Sie sich vom Tierarzt beraten, wie viele Kalorien Ihr Tier pro Tag braucht oder maximal zu sich nehmen darf, um Gewicht zu verlieren. Die Energiemenge ist abhängig von der Rasse, dem Alter, Größe und Gewicht des Tieres. Und egal, wie mitleidig Ihr Hund Sie anblickt: Bleiben Sie hart. Leckerchen oder kleine Happen vom Familienessen sind dann erst einmal nicht drin. Letztlich ist das nur zum Besten Ihres Lieblings.

Wichtig zu wissen ist, dass Bewegung ein entscheidender Faktor beim Abnehmen ist. Denn wenn nur Futter eingespart wird, holt sich der Körper die Energie aus den Muskeln und die Fettreserven bleiben unangetastet. Daher ist es wichtig, dass Ihr Tier sich ausreichend bewegt. Dadurch werden auch die Muskeln kräftiger. Das beugt zum einen Schäden des Knochenskeletts vor, zum anderen verbrennen Muskeln auch Energie. Je mehr und ausgeprägter diese sind, desto mehr Energie verbrennt Ihr Tier auch im Ruhezustand.

Bei Hunden sollten Sie die Kalorien auf zwei Mahlzeiten aufteilen. Am besten füttern Sie Ihren Hund nach dem Spaziergang. Dann kann das Tier das Futter leichter verdauen. Bei Katzen sieht es anders aus: Sie sollten den ganzen Tag über Zugang zum Futter haben, da sie von Natur aus öfter kleinere Portionen fressen. Bieten Sie Ihrer Katze am besten drei mal täglich feuchtes Futter an. Trockenfutter ist nicht so geeignet, weil dann die Gefahr besteht, dass Ihre Katze zu wenig Flüssigkeitzu sich nimmt. Wenn Sie Ihr Tier belohnen wollen, sollten Sie sich Alternativen zu den klassischen "Leckerlis" bereitlegen. In Frage kommen zum Beispiel Möhrenstreifen oder Käse.

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