TIERE

Hilfe! - Mein Haustier hasst das Autofahren

Wenn Hunde und Katzen Autofahrten hassen
Wenn Hund und Katze sich mit Zähnen und Krallen dagegen wehren, ins Auto zu steigen, haben Tierfreunde ein Problem. © Lehtikuva Oy, B1861 Lehtikuva Kalle Parkkinen

Großes Geschrei - was tun?

Autofahren mit Hund und Katze kann für Tierfreunde ein echtes Problem werden: Viele Haustiere mögen nicht ins Auto, und wenn sie dann irgendwie in den Wagen bugsiert worden sind, gibt es großes Geschrei. Was tun?

Anzeige

Zuerst müssen wir versuchen, zu verstehen, was eigentlich los ist. Was haben die Tiere gegens Autofahren? Es gibt da einige Probleme.

1. Problem: Wer keinen Kombi hat und den Fond mit einem Netz oder Gitter abtrennen kann, muss seinen Liebling in eine Transportbox stecken. Wenn dieser Käfig sonst nicht im Haustier-Alltag vorkommt, ist er ein unangenehm beengender Fremdkörper.

Abhilfe: Gewöhnen Sie Ihr Tier an die Transportbox. Integrieren Sie ihn als ‚Höhle’, mit einer Decke ausgestattet, in die Umgebung des Tieres.

2. Problem: Waldi und Mohrle fahren mit dem Auto meist nur zum Tierarzt. Das Tier geht dann, wenn es zum Auto geht, davon aus: Ich komme jetzt in eine fremde Umgebung, wo mich ein Fremder piesackt. Kein Wunder, dass es sich nicht freut!

Abhilfe: Gewöhnen Sie Ihr Tier vor der ersten Fahrt zum Tierarzt ans Auto. Setzen Sie sich mit Hund oder Katze zunächst einfach mal hinein. Während Sie die Zeitung lesen oder telefonieren, darf ihr Liebling den Wagen erkunden und den mitgebrachten Fressnapf leeren. Steigern Sie schrittweise: Lassen Sie den Motor laufen, setzen Sie das Tier samt Box ins Auto und lassen Sie es auch mal allein im Wagen.

Die erste richtige Tour sollte mit dem Hund in den Wald gehen, mit der Katze könnten Sie vielleicht Freunde besuchen, die das Tier kennt. Die erste Erfahrung mit dem Auto sollte Spaß machen! Achten Sie darauf, dass es für das Tier in der Box nicht zu heiß wird.

Nicht mit dem Tiger in die Kurve legen

3. Problem: Das Schaukeln und die Fahrtbewegungen machen dem Tier zu schaffen.

Abhilfe: Polstern Sie die Box gut mit einer Decke oder noch besser mit einem alten Pulli von Ihnen aus. Das gibt dem Tier körperlich, aber beim Pulli auch einen gewissen inneren Halt, wenn Herrchen und Frauchen durch ihren Duft präsent bleiben.

'Duft' ist ein gutes Stichwort, denn da gibt es einen weiteren Trick: Beim Tierarzt gibt es ein so genanntes DAP-Spray, ein „Dog Appeasing Pheromon“. Dieses ungefährliche Geruchshormon (Pheromon) erinnert den Hund an das Gesäuge bei seiner Mutter. Dadurch fühlt er sich geborgen und beschützt. Dieses Spray sprüht man in das Auto, wenn der Hund das Auto hartnäckig weiter ablehnt.

Vor allem Katzen wollen manchmal einen guten Überblick haben, besonders in ‚heiklen’ Situationen wie einer Autofahrt. Dann ist natürlich ein Transportbehälter gut, der sehr transparent ist. Es gibt Modelle aus Nylon, die das bieten. Manche Haustiere möchten allerdings genau das Gegenteil haben: Dann hängen Sie doch versuchsweise mal ein Tuch über die Box.

Wichtig auch: Fahren Sie langsam und vorsichtig. Gehen Sie nicht zu scharf in die Kurven und machen Sie keine abrupten Brems- und Beschleunigungsmanöver. Dann sollte Ihr Tier auch Spaß am Autofahren bekommen können.