LEBEN LEBEN

Hilfe, ich werde wie meine Mutter! Wie die Mutter so die Tochter?!

Mütter prägen Töchter, auch ohne dass die das wollen

So wie meine Mutter werde ich nicht! Nie im Leben! Welche Frau hat sich das nicht irgendwann einmal auf dem Weg zum Erwachsenwerden aus ganzem Herzen vorgenommen. Viel zu streng, rechthaberisch, spießig: Das sind noch die milderen Einordnungen, die viele junge Frauen für ihre Mütter haben.

Mutter und Tochter
© Franz Pfluegl

Im wirklichen Leben ist der Vorsatz, auf keinen Fall so wie die Mutter zu werden, aber nicht einfach durchzuhalten: Die Eltern prägen ihre Kinder nämlich ganz deutlich. Und zwar, ob die es wollen oder nicht! Es passiert einfach. Man selbst bekommt es in aller Regel nicht gleich mit. Meist ist es der Partner, der eine spitze Bemerkung in diese Richtung fallen lässt. „Du bist schon ganz wie deine Mutter!“ Und regelmäßig ist die erste Reaktion darauf: „Du spinnst ja!“

Tragisch wird das Gesetz der Vererbung, wenn Kinder beispielsweise Opfer gewalttätiger Eltern wurden. Die Gefahr, dass Gewaltopfer selber Gewalt gegen ihre eigenen Kinder richten, ist groß. Deshalb ist es für ehemalige misshandelte Kinder wichtig, dass sie sich Hilfe und Unterstützung bei Therapeuten suchen, sobald sie bemerken, dass sie als Eltern Fehler machen.

Aber auch weniger dramatische Prägungen werden ‚vererbt‘. Nach dem ersten Schock kommt aber häufig die Erkenntnis: Wenn man selber für Kinder die Verantwortung trägt, ist ein bisschen Strenge nicht wirklich falsch. Und manche Tochter wünscht sich dann, doch ein bisschen mehr wie die Mutter zu sein. Zum Beispiel, etwas besser kochen zu können!

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