GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Hilfe gegen Neurodermitis: Wenn Kinder aus der Haut fahren möchten

Hilfe gegen Neurodermitis: Wenn Kinder aus der Haut fahren möchten
© dpa, A3250 Oliver Berg

Nicht nur Kinder leiden unter Neurodermitis

Es juckt höllisch und Millionen Deutsche leiden darunter: Wer an Neurodermitis leidet, kratzt bis das Blut kommt. Das Übel ist eine chronische, jedoch nicht ansteckende Hauterkrankung.

Noch immer kennt die Schulmedizin keine wirksame Heilmethode gegen die juckende Hautkrankheit. Zwar hat die Wissenschaft nachweisen können, dass das 'atopische Ekzem' oder die atopische Dermatitis, wie Neurodermitis in Fachkreisen heißt, genetisch veranlagt ist, doch die Gene reichen als einzige Erklärung bei weitem nicht aus.

Meist sind es Kinder, die von dem unerträglichen Juckreiz geplagt werden. Doch auch Erwachsene kann es erwischen. 15 bis 20 Prozent der Kleinkinder sind betroffen, zwischen drei und fünf Prozent der Erwachsenen leiden unter der Krankheit.

Heilung nein - Linderung ja

Bis heute gibt es keine Heilung, sondern nur Linderung. Die Haut des Betroffenen unterscheidet sich von gesunder Haut dadurch, dass eine gestörte Barrierefunktion vorliegt. Daher ist die Haut sehr empfindlich, oft gerötet und meist trocken.

Ist diese Barriere gestört, können Schadstoffe, Allergieauslöser und Krankheitskeime leichter in die Haut eindringen.

Eine Studie mehrerer deutscher Universitätskliniken ("GINIplus"-Studie) mit fast 6.000 Kindern belegte, dass Neurodermitis in den Kinderjahren im späteren Leben häufig zu psychischen Problemen führt. "Die Ergebnisse zeigen, dass Ekzemkrankheiten im Säuglings- und Kleinkindalter einen erheblichen Krankheitswert mit Auswirkungen auf deren späteres Leben besitzen", sagt der Erstautor der Studie, Privatdozent Dr. Schmitt, von der Universitätshautklinik Dresden. Blieb das Ekzem über das zweite Lebensjahr hinaus bestehen, waren psychische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten im Alter von zehn Jahren besonders häufig.

Anzeige