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Hexenzähne oder ‚Dentes connati‘: Wenn Babys mit Zähnen geboren werden

Angeborene Zähne nennt man Hexenzähne
Die ersten Milchzähne zeigen sich in der Regel erst mit sechs oder sieben Monaten. Dass Kinder mit 'Hexenzähnen' geboren werden, ist sehr selten

Manchmal werden Kinder mit einem oder zwei Zähnen geboren

Manchmal gibt es Launen der Natur, an die kein Mensch jemals gedacht hätte. Diese Erfahrung machte jetzt auch eine Waliserin: Chloe Pullens neugeborene Tochter hatte bei der Geburt bereits zwei Milchzähne im Unterkiefer. Beim Gedanken an das Stillen fühlte sich Chloe Pullen schon etwas mulmig.

Das vermeintliche Problem wurde allerdings medizinisch entschärft: Da die sogenannten Hexenzähne nur locker im Zahnfleisch saßen, wurden die Beißerchen bereits drei Tage nach der Geburt entfernt. So lange gab es für die Tochter nur Milch aus der Flasche.

Die Gefahr, dass Säuglinge mit ‚angeborenen‘ oder ‚prälaktalen Zähnen‘ damit in die Brustwarze beißen, ist gering. Problematisch ist vor allem, dass diese Zähne meist sehr locker sind. Beim Saugen können sie sich deshalb vollends lösen und verschluckt oder im schlimmsten Fall auch eingeatmet werden. Deshalb empfehlen Mediziner oft, diese Zähne entfernen zu lassen. Hexenzähne sind in den meisten Fällen die beiden unteren Schneidezähne.

Keine Angst vor Bissen in die Brustwarze

‚Dentes connati‘, wie die korrekte medizinische Bezeichnung der Hexenzähne lautet, sind sehr selten: Nur eines von 10.000 Neugeborenen weist diese vorgeburtliche Entwicklung der Milchzähne auf, so die Experten der Berliner Charité. Angeblich sollen auch der Sonnenkönig Ludwig XIV. und Sisi, Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn diese Besonderheit gehabt haben.

Hexenzähne sind also etwas verfrühte Milchzähne. Sie bleiben ohne Einfluss auf die Entwicklung des bleibenden Gebisses. Da sie mangels Wurzeln rasch ausfallen, haben Kinder mit solchen Zähnen etwa bis zur Einschulung eine Lücke im Milchgebiss.

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