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Heuschnupfen homöopathisch behandeln besser als die Mittel vom Arzt?

Was hilft wirklich gegen Heuschnupfen?
Was hilft wirklich gegen Heuschnupfen? Schulmedizin gegen Homöopathie 00:04:00
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Mit Akupunktur, Eigenblut und Komplexmittel

Allein in Deutschland gibt es acht Millionen Heuschnupfenpatienten, die in der Pollenzeit unter tränenden Augen, Schnupfnase und Hustenreiz leiden. Viele sind bei der Behandlung mit ihrem Latein am Ende und suchen in alternativen Heilmethoden Hilfe, um die lästigen Symptome zu lindern. Wir haben eine Schulmedizinerin und einen Heilpraktiker gefragt, was diese Methoden taugen, was sie kosten und wer die Kosten übernimmt. Schulmedizin vs. Alternativmedizin.

Methode 1: Komplexmittel-Homöopathie

Die Komplexmittel-Therapie wird von Heilpraktikern gerne angewendet. Dabei schluckt der Patient ein Mittel, das im Gegensatz zur Einzelmittelhomöopathie aus verschiedenen Arzneimittel besteht, und eigentlich eine allergische Reaktion im Körper auslösen würde. Bei Heuschnupfenpatienten erreicht die Pille, mit allem was es an Pollen und Gräsern so gibt, jedoch das Gegenteil: Der Körper fährt sein eigenes Schutzsystem hoch und den Allergieschub runter.

Laut Hautärztin Dr. Ina Schulze hat man bei der Einnahme des Komplexmittels nichts zu befürchten, dafür hilft das Mittel laut der Ärztin aber auch nicht wirklich. Es entsteht durch die Einnahme eher eine Art Placebo-Effekt, und wirkt nur bei zehn bis zwanzig Prozent der Patienten. Die Therapie kostet zwischen 30 und 80 Euro und wird nur bei Kindern von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Methode 2: Akupunktur

Schul- und Alternativmedizin empfehlen beide bei einer Allergie ein Mittel aus der traditionellen chinesischen Medizin: die Akupunktur. Dabei werden Nadeln im Körper gezielt gesetzt, um die Energiebahnen des Körpers positiv zu beeinflussen und die Beschwerden unterstützend zu lindern. Wichtig ist dabei, dass man die Therapie von erfahrenen Anwendern durchführen lässt, die die spezielle Technik schon häufig durchgeführt haben.

Für die Patienten, gerade Kinder, die auf Nadeleinstiche jedoch lieber verzichten wollen, schlägt Heilpraktiker Klaus Schrettenbrunner die sogenannte Ohrakupunktur vor. Dabei werden nicht zwingend Nadeln sondern auch Globuli oder Rapssamenkörnchen eingesetzt, die durch Pflaster an bestimmte Punkte im Ohr geklebt werden. Die Dauerpflaster sind völlig nebenwirkungsfrei, halten allerdings nicht bei jedem sehr lange. Eine Sitzung für Akupunktur kostet 26 Euro und wird nur von einigen der privaten Krankenkassen übernommen.

Kostenfalle bei alternativen Behandlungen?

Methode 3: Eigenbluttherapie

Bei der Eigenbluttherapie scheiden sich die Geister. In der Alternativmedizin ist das Verfahren sehr beliebt und laut unserem Experten die Therapie, die in kürzester Zeit den höchsten Wirkungsgrad erzielt. Dem Patienten wird während einer Allergiephase ein bis zwei Milliliter venöses Blut entnommen, das dann direkt wieder in einen Muskel zurück gespritzt wird. Durch das Verfahren soll das Immunsystem in Körper angespornt werden.

Laut Medizinerin Ina Schulze ist diese Art der Therapie jedoch nicht erfolgreich. Sie behauptet, dass man den Körper durch einen "sinnlosen" Einstich nur unnötigen Risiken wie Entzündungen oder blauen Flecken an den Einstichstellen aussetzt. Vorteil bei der Eigenbluttherapie ist aber, dass die Sitzungen mit einem Kostenpunkt von jeweils 13 Euro von privaten und gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden.

Worauf Sie bei Behandlung von Heuschnupfen aber bei jeder Methode besonders achten sollten, um nicht in die Kostenfalle zu tappen und am Ende wirklich geheilt zu sein, sehen Sie im Video. Dort finden Sie auch noch einmal alle Ratschläge unserer Experten zum Thema alternativen Therapien.

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