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Herzzerreißendes Wiedersehen nach 41 Jahren: Entführter Sohn kehrt zu Mutter zurück

Nelly glaubte, ihr Sohn sei tot

Ein Wiedersehen nach 41 Jahren: Travis Tolliver wurde kurz nach seiner Geburt in Chile entführt und von Adoptiveltern aufgezogen. Jetzt konnten sich Mutter und Sohn endlich in die Arme schließen.

Mutter und Sohn sprechen verschiedene Sprachen, aber diese Umarmung sagt alles.
Travis umarmte seine Mutter ohne Zögern. © CNN

Die 61-jährige Nelly Reyes wartet am internationalen Flughafen in Santiago auf die Ankunft ihres Sohnes und ihrer zwei Enkelkinder. Das Besondere daran: Mutter und Sohn haben sich seit 41 Jahren nicht mehr gesehen. Travis wurde direkt nach seiner Geburt entführt. Das Wiedersehen berührt beide sichtlich. Obwohl sie zwei verschiedene Sprachen sprechen, sagt ihre Umarmung alles, was gesagt werden muss.

Travis fand seine Mutter innerhalb von vier Wochen

Am 15. November 1973 bringt die 19-jährige Nelly Reyes ihren Sohn in Chile zur Welt. Einige Stunden nach der Geburt die schockierende Nachricht: Travis ist an einem Herzfehler verstorben. Zumindest erzählen Krankenschwestern das der jungen Frau. Sie sieht nie seine Leiche oder einen Totenschein. Was sie nicht weiß: Ihr Sohn lebt. Er wird von einem Paar aus Tacoma in Washington adoptiert und großgezogen. Travis und seine Adoptiveltern wissen nichts von dieser Geschichte. Sie denken, seine leibliche Mutter hätte ihn einfach weggegeben.

Als Travis 40 Jahre alt wird, beschließt er, seine leibliche Mutter zu suchen. Über eine Website erfährt er, dass in den 60er, 70er und 80er Jahren viele Kinder in Chile von ihren Müttern entführt wurden. Das spornt ihn noch mehr an, sie zu finden. Der Vater zweier Kinder gibt der Facebook Seite ‘Chile Adoption Birth Family Search‘ alle Informationen, die er über seine Adoption zusammengetragen hat. Innerhalb von vier Wochen wird seine leibliche Mutter Nelly gefunden.

Auch nach dem herzzerreißenden Wiedersehen ist Travis noch in Chile. Er wurde von seiner Arbeit noch bis Juli freigestellt, um seine Mutter und seine fünf Geschwister kennenzulernen. Außerdem will er über Spenden Geld sammeln, damit seine Familie ihn Zuhause besuchen kann.

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