GESUNDHEIT GESUNDHEIT

Herzversagen wegen Kiffen: Cannabis als Todesursache nachgewiesen

Marihuana galt bisher als Droge ohne Nebenwirkungen
Die "weiche Droge" Marihuana galt bisher als Droge ohne Nebenwirkungen © Reuters, ANDRES STAPFF

"Es könnte jeden treffen"

Cannabis und die Verwendungsformen Haschisch und Marihuana galten bisher nicht nur unter Jugendlichen als harmlos. Das hat dazu geführt, dass der Anbau und Verkauf der Pflanze in manchen Staaten (etwa dem Bundesstaat Colorado in den USA) legalisiert wurde. Jetzt folgt der Schock: Deutsche Forscher haben bei zwei Männern nach der Autopsie Cannabiskonsum als Todesursache nachgewiesen - die Droge hatte bei ihnen schwere Herzrhythmusstörungen ausgelöst.

Die Forscher vom rechtsmedizinischen Institut der Uniklinik Düsseldorf sind unter anderem nach toxikologischen und histologischen Untersuchengen der 23- und 28-jährigen Männer sicher: Der Konsum von Cannabis hat in den beiden Fällen zu einem tödlichen Herzversagen geführt. Genauer gesagt war es der in der Pflanze enthaltene Wirkstoff THC, der die Herzrhythmusstörungen ausgelöst hat. Die beiden Männer waren eigentlich gesund - keiner von ihnen klagte über Probleme mit dem Herzen.

„Nach unserem Wissen sind das weltweit die ersten Todesfälle, die komplett nach den heutigen wissenschaftlichen Standards aufgearbeitet wurden“, so Benno Hartung, Rechtsmediziner und Mitautor der Studie, in der „Rheinischen Post“.

„Es handelt sich dabei um ein sehr seltenes Ereignis, wir gehen jedoch davon aus, dass es jeden Cannabis-Konsumenten treffen kann“, sagt Hartung. Wie viel Cannabis die beiden Männer konsumiert hatten, ist nicht bekannt. Die Forscher haben ihren Fallbericht ist in der Fachzeitschrift „Forensic Science International“ veröffentlicht.

Anzeige