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Herzschwäche: Wenn das Herz schlapp macht

Herzinsuffizienz wird von den Betroffenen selten wahr genommen
Bis zu drei Millionen Deutsche haben ein schwaches Herz © WavebreakMediaMicro - Fotolia

So beugen Sie einer Herzinsuffizienz vor

Auf einmal geht nichts mehr. Der Körper fühlt sich an, als ob jemand den Stecker rausgezogen hätte. Ursache für die plötzliche Schlappheit müssen aber nicht Stress, Schlaf- oder Vitaminmangel sein. Vielmehr kann eine Herzschwäche dahinter stecken. Allein in Deutschland leiden zwischen zwei und drei Millionen Menschen an einer Herzinsuffizienz, Tendenz steigend.

"Herzinsuffizienz ist auf dem Weg zu einer Volkskrankheit“, sagte der Kardiologe Professor Dr. Gerd Hasenfuß von der Uniklinik Göttingen bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Und die Krankheit ist ein echter Killer: Laut der DGK sterben bei einer schweren Herzinsuffizienz über 50 Prozent der Betroffenen innerhalb eines Jahres.

Für die Betroffenen ist eine Herzinsuffizienz schwer zu erkennen. Die Symptome wie Müdigkeit, geringe Belastbarkeit oder Atemnot werden nicht direkt mit einem geschwächten Herzen in Verbindung gebracht. Daher ist der Gang zum Arzt unerlässlich. Erst der Kardiologe kann vor allem mittels Ultraschall die Erkrankung feststellen.

Was im Herzen passiert und wie jeder vorbeugen kann

Bei einer Herzinsuffiziens gerät regelrecht der Motor des Körpers ins Stottern. Es handelt sich um eine Funktionsstörung des Herzens. Das Herz ist nicht mehr in der Lage, genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Organe und Muskeln können dadurch nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Dies hat zur Folge, dass sich Wasser im Körper ausbreitet. Bei Betroffenen kommt es tagsüber oft zum Anschwellen der Beine und in der Nacht zum verstärkten Harndrang. Dabei ist die Herzschwäche eine Folge verschiedener Herzerkrankungen und kann nicht isoliert betrachtet werden.

Ursächlich für eine Herzschwäche sind meist Bluthochdruck und die koronare Herzkrankheit, also die Erkrankung der Herzkranzgefäße, meist durch Arteriosklerose verursacht. Verschiedene Risikofaktoren können die Entstehrung der Herzinsuffizienz begünstigen: Zu viel Cholesterin im Blut, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel. Eher selten führen Herzmuskelentzündungen oder defekte Herzklappen zu einer Herzschwäche.

Die Krankheit kann mit Medikamenten behandelt werden, das erfordert aber vom Patienten viel Disziplin. Denn nicht selten müssen mehrere Medikamente eingenommen werden, die das Herz entlasten. Vor allem müssen Patienten die bereits genannten Risikofaktoren verringern. Für den Alltag bedeutet das: Übergewicht reduzieren, viel Bewegung und ausgewogene Ernährung, kompletter Verzicht auf Nikotin und nur in Ausnahmen ist der Genuss von Alkohol erlaubt.

Bewegung ist wichtig! Die Deutsche Herzstifung empfiehlt vor allem Sport, bei dem kein großer Kraftaufwand erforderlich ist. Ideal für jedes Alter sind Spaziergänge, längeres Wandern, Nordic Walking und Radfahren. Betroffene sollten allerdings Sportarten mit hoher muskulärer Belastung meiden. Bei einem solchen Training erfolgt oft eine Pressatmung, die aufgrund des Druckanstiegs im Brustkorb zu einer akuten Verschlechterung der Pumpleistung im Herzen führen kann.

Eine Herzschwäche lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Daher ist es wichtig, auch mit einem gesunden Herzen auf die die Risikofaktoren zu achten.

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