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Herzkrankheiten: Das sind die Symptome der häufigsten Herzerkrankungen

Herzkrankheiten sind Todesursache Nummer eins in Deutschland.

So können Sie Ihr Herz schützen

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 150.000 Menschen durch einen Herzinfarkt. Aber was sind die Ursachen? Und wie können Sie Ihr Herz schützen? Dr. Andreas Streeck, Facharzt für Innere Medizin - Kardiologie und Vorstand des Arztnetz Bergisch Land hat im Interview die Symptome der häufigsten Herzkrankheiten erklärt.

Welche sind die häufigsten Herzkrankheiten?

Dr. med. Andreas Streeck:

Kaputte Herzklappen, Rhytmusstörungen, verengte Herzkranzgefäße und Herzschwäche sind die Diagnosen, die bei Herzkranken am häufigsten gestellt werden. Wenn diese frühzeitig erkannt werden, ist eine Behandlung auch wesentlich erfolgversprechender.

Woran kann man erkennen, dass man eine Herzerkrankung hat?

Dr. med. Andreas Streeck:

Da muss man genau strukturieren. Bei Rhytmus-Störungen z.B. sind die Symptome z.B. Luftnot bei Belastung. Das kann schon beim Schneeschippen passieren. Herzrasen, Schwindelgefühle, Angstzustände und Sehstörungen können einen Hinweis geben. Alter, Diabetes und Übergewicht sind besondere Risikofaktoren bei Herzrhytmusstörungen.

Verengte Herzkranzgefäße, verursacht durch Arteriosklerose, das heißt Ablagerungen von Kalk und Cholesterin an den Gefäßinnenwänden, ist Schuld an der schlechten Versorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff. Zu den koronaren Herzerkrankungen gehören Angina pectoris, Herzinfarkt und plötzlicher Herztod. Anzeichen für verengte Herzkranzgefäße sind Luftnot und brennende Brustschmerzen, die in Arme ausstrahlen können. Besonders Diabetiker, Menschen mit hohem Blutdruck und Raucher sind gefährdet.

Ein ebenso weit verbreitetes Herzleiden ist ein Herzklappenfehler. Die vier Herzklappen sorgen wie ein Ventil dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Infolge von Verkalkung, Infektionen und Herzinfarkten entstehen kaputte Herzklappen. Oft wird ein Herzklappenfehler lange nicht erkannt, da das Herz den Klappenfehler kompensieren kann und keine Beschwerden auftauchen. Symptome sind Atemnot, Schwindel und Ohnmachtsanfälle. Auch Wasseransammlungen (Ödeme) in den Beinen sind Hinweise auf einen Herzklappenfehler.

So lassen sich Herzkrankheiten vermeiden

Was sind die Folgen dieser Krankheiten?

Dr. med. Andreas Streeck:

Verengte Kranzgefäße, Herzrhytmusstörungen und kaputte Herzklappen münden in einer Herzschwäche. Das Herz schafft dann seine Arbeit nicht mehr. In Deutschland leben etwa 1,3 Millionen Menschen mit einer Herzschwäche. Besonders im Alter greift dieses Herzleiden um sich. Symptome dafür sind Belastungsintolleranz, das heißt z.B. beim Treppensteigen das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Ein Engegegühl und schnelles Ermüden sind ebenfalls Alarmzeichen. Im schlimmsten Fall können Menschen mit einer Herzschwäche wegen Atemnot nicht mehr liegen und müssen aufgerichtet sein, um besser Luft zu bekommen.

Was kann man tun, um Herzkrankheiten zu vermeiden?

Dr. med. Andreas Streeck:

Ein Lebensstil, der die Risikofaktoren für eine Herzerkrankung so weit wie möglich reduziert.

Das heißt unter anderem mit dem Rauchen aufzuhören. Rauchen ist ein wesentlicher Faktor, der zur Gefäßverkalkung führt. Wenn es um Herzschwäche geht ist Alkohol ein Tabu,

Die Ernährung ist eine weitere Säule zu einem herzgesunden Leben. Fett-, salz und cholesterinarmes Essen ist eine wichtige Fahrkarte für ein gesundes Herz.

Wie sieht es mit Übergewicht aus?

Dr. med. Andreas Streeck:

Übergewicht ist äußerst schlecht für ein krankes Herz. Dabei zählt jedes Pfund. Sport und Bewegung runden das Paket ab. Ausdauersport ist am sinnvollsten, um seinem Herzen etwas Gutes zu tun: Joggen, Walken, Radfahren und Schwimmen sind emfehlenswerte Sportarten. Aber auch ein täglicher Spaziergang ist besser als gar keinen Sport zu machen. Wenn man allerdings schon herzkrank sind, sollte man mit dem behandelnden Arzt genau absprechen, welche körperliche Betätigung die Richtige ist.

Wie sollte der Alltag von Risikopatienten aussehen?

Dr. med. Andreas Streeck:

Grundsätzlich ist Stress und Hektik ein wesentlicher Risikofaktor für Herzpatienten. Einen Gang zurückschalten ist also wichtig. Schnellt der Puls in die Höhe, ist das ein Zeichen, das beachtet werden will. Eine entspannende Pause oder ein kleiner Spaziergang ist die richtige Antwort auf Stress.

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