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Herzinfarkt: Das sind die Ursachen und Risikofaktoren für einen Herzanfall

Das sind die Ursachen und Risikofaktoren für einen Herzanfall
Das müssen Sie über einen Herzinfarkt wissen. © dpa, A3446 Patrick Seeger

So kommt es zu einem Herzanfall

Jedes Jahr sterben viele Menschen an einem Herzinfarkt. Daher ist es wichtig, dass man die Ursachen und Beschwerden kennt um im Notfall schnell handeln zu können.

Ursachen für einen Herzinfarkt

Dem Herzinfarkt liegt meist eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) der Herzkranzgefäße zugrunde, die Fachleute auch als koronare Herzerkrankung bezeichnen.

Dabei bilden sich in den Gefäßwänden Fett- und Kalkablagerungen (arteriosklerotische Plaques). Diese führen nicht nur zu einer zunehmenden Verengung der Gefäße und zu einer Abnahme des Blutflusses, sondern können auch plötzlich einreißen. Damit entsteht quasi eine „Wunde“ der Gefäßinnenwand. Wie immer, wenn ein Blutgefäß verletzt wird, setzen daraufhin die körpereigenen Mechanismen des Wundverschlusses ein. Es bildet sich ein Blutgerinnsel, welches das Herzkranzgefäß verstopfen und so Teile des Herzmuskels von der Durchblutung und damit der Sauer- und Nährstoffzufuhr abschneiden kann.

Risikofaktoren für Herzkrankheiten

Die Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind im Wesentlichen dieselben wie für die Arteriosklerose. Zu den Hauptrisiken zählen Bluthochdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), erhöhte Blutfettwerte (vor allem des „schlechten“ LDL-Cholesterins) und das Rauchen.

Wenn Verwandte ersten Grades (Geschwister, Eltern, Kinder) bereits vor dem sechzigstem Lebensjahr an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gestorben sind, kann das eigene Risiko ebenfalls erhöht sein. Zudem steigt es allgemein mit zunehmendem Alter an.

Übergewicht (Body-Mass-Index über 25), Bewegungsmangel und Stress können einen Herzinfarkt ebenfalls begünstigen.

Das ist zu tun bei einem Infarkt

Herzinfarkt: Das sind die Ursachen und Risikofaktoren für einen Herzanfall
© imagesource/science, health and medicine II

Typische Anzeichen eines Herzinfarktes sind länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Bereich des Brustbeines und der linken Brustseite, die bis in den Hals oder den Arm ausstrahlen können.

Infarktschmerzen betreffen oft die Brust, können aber auch in Rücken, Kiefer oder Bauch ausstrahlen.

Schmerzen können jedoch auch in anderen Teilen des Brustkorbes, im Oberbauch oder Rücken auftreten. Häufige Begleiterscheinungen sind Blässe, eine Engegefühl in der Brust, Schwäche, Kaltschweißigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Kreislaufstillstand.

Achtung:

Selbst der Arzt kann allein anhand des Schmerzbildes oft kaum entscheiden, ob das Herz die Ursache für die Beschwerden ist oder nicht.Gerade bei Frauen liegen häufig nicht die typischen Anzeichen eines Infarktes vor. Bei Frauen sind Atemnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch, Brechreiz und Erbrechen häufiger als bei Männern alleinige Alarmzeichen

Wenn Brustschmerzen bei minimaler Belastung oder in Ruhe auftreten, muss genauso schnell wie beim Herzinfarkt gehandelt werden.

'Stummer Infarkt'

Auch bei Diabetikern kann die Diagnose schwierig sein. Die sogenannte autonome Neuropathie, eine durch die Zuckerkrankheit verursachte Schädigung der Organnerven, kann dazu führen, dass Diabetiker Herzschmerzen nicht wahrnehmen und so einen fast beschwerdefreien 'Stummen Infarkt' erleiden.

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