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Herzfrequenz beim Finale: So schnell schlugen die WM-Herzen

Wenn Gefühle die Oberhand nehmen

Wie schlägt das Herz eines Fußballfans beim Finale? Wir haben den Test gemacht und Freiwillige in allen Teilen Deutschlands an EKG-Geräte angeschlossen, während das scheinbar nicht enden wollende Herzschlag-Finale lief. Hier sind die Ergebnisse: In welchen Momenten des Spiels sich der Rhythmus Richtung Samba steigerte und wo der Puls am höchsten war.

Herzfrequqenz beim Finale: So schlugen WM-Herzen
Die Herzfrequenz kann auch beim Fernsehen stark steigen. © picture alliance / Bildagentur-o

Welche Anstrengung bedeutet die Anspannung beim Finale für die Herzen der Fans vor dem Fernseher? Um das herauszufinden, haben wir in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der niedergelassenen Kardiologen ein Experiment gestartet: In Hamburg, München, Stolberg bei Leipzig und Köln wurden vier Probanden mit einem Langzeit-EKG ausgestattet.

"Als Zuschauer eines Fußballspiels hat man eine Herzfrequenz, die durchaus vergleichbar ist mit einem lockeren Dauerlauf", sagt ein Experte. Die Frequenzen mancher Fans steigen schon vor dem Spiel auf über 100 Schläge pro Minute – und das ohne Bewegung. So kann Fußballschauen gefährlich werden, vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen. Beim Elfmeter-Krimi zwischen Argentinien und den Niederlanden zum Beispiel ist ein 16-Jähriger an einem Herzinfarkt gestorben. Die Gefahr lässt sich auch statistisch belegen: Bei der WM 2006 in Deutschland stieg die Anzahl der Herzinfarkte um das 3- bis 4-fache des Durchschnitts an.

Auch die Herzfrequenzen unserer Probanden erreichen sehr hohe Werte: Bei dem Pfostenschuss in der ersten Hälfte steht der Puls eines Fans schon bei 190. Hier machen sich die regionalen Unterschiede bemerkbar: Während der Norden emotional mitfiebert, sind die Münchner verhältnismäßig ruhig. Der Spitzenwert liegt bei 210 Schlägen pro Minute bei einer Hamburgerin.

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