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Herzfischen: Der neue Roman von Maite Kelly und Britta Sabbag

Maite Kelly und Britta Sabbag stelllen neuen Roman vor
'Herzfischen' - Über Liebe, Selbstfindung und Partnerbörsen © Picasa

Wie Maite Kelly mein Herz fischte

Schon im Flur des Verlagshauses Bastei Lübbe in Köln erahne ich den Klang ihrer Stimme. Gespannt sitze ich auf meinem Stuhl, voller Erwartung und Neugierde. Die Stimme kommt immer näher, bis sie schließlich im Türrahmen steht: Sie trägt ein langes Kleid in dunkellila, eine rosa Kunstfell-Weste und ihr schönstes Accessoire: Ihr Lächeln. Maite Kelly’s Blick schweift durch den Raum. Mit leuchtend blauen Augen und quirliger Verwunderung freut sie sich über die Journalisten, die wegen ihr und Britta Sabbag zur Pressekonferenz zu ihrem neuen Roman 'Herzfischen' erschienen sind.

von Jessica Sobetzko

'Herzfischen' ist eine romantische Komödie mit einer Prise Spannung. Die Protagonistin Josefine ist ein ehemaliger Kinderstar. Doch als sie erwachsen wurde, war alles vorbei. Sie erlaubt ihrer Vergangenheit, ihre Zukunft und Gegenwart zu bestimmen. Niemand sieht sie als die Frau, die sie jetzt ist, sondern als den Kinderstar 'Jojo', der sie zwölf Jahre lang war. Frustriert und enttäuscht findet sie Ablenkung in Chatrooms eines Edelpartnerforums und beginnt Kontakte zu Männern zu knüpfen, die ungewöhnliche Neigungen haben. In dieser virtuellen Welt findet sie Zuflucht und kann nur dort sicher und sie selbst sein. Plötzlich bekommt die Handlung eine kriminelle Komponente. Denn Josefine beginnt mit gezieltem Herzfischen, ihren Internetbekanntschaften das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und dann kommt alles doch ganz anders: Josefine entwickelt Gefühle für eine Internet-Bekanntschaft, die sie bereits aus dem wahren Leben kennt.

"Hätte ich mir mal mehr Mühe beim Schminken gegeben", sagt Maite mit einem Schmunzeln und blickt zu Britta hinüber, die ein knallrotes Kleid mit einem weißen Kragen aus Spitze trägt. Ihre braunen Locken bilden einen Kontrast zu Maites glatten blonden Haaren. Plötzlich werden beide ganz aufgeregt und wuseln durch den Raum, als sie ihren Roman 'Herzfischen' überall sehen. Es ist für beide der Moment, in dem sie ihr gedrucktes Buch zum ersten Mal in der Hand halten. Wie eine Trophäe halten sie den Roman in der Hand, blättern darin, streicheln den Einband, schauen sich die Bilder an und freuen sich über den Otter auf der Titelseite. "Schon als Kind habe ich Otter geliebt. Sie sehen so frech aus", sagt Maite und Britta ergänzt: "Unser Maskottchen vom Buch. Ein Otter ist ja auch ein Tier, das fischt."

Beide setzen sich und Maite grinst zufrieden, sodass sich ihre Grübchen stark abzeichnen. Warm und interessiert blicken sie jeden von uns an und ich vergesse fast, dass es eigentlich um ihren neuen Roman 'Herzfischen' geht.

Als würde ich mit besten Freunden Kaffee trinken

Maite Kelly und Britta Sabbag in der Bastei Lübbe
Pressekonferenz zu 'Herzfischen' © Picasa, Bastei Lübbe

Im Buch geht es um Selbstfindung, um die Frage "Wer bin ich?" und darum, neue Wege einzuschlagen. Es geht um Liebe und Partnerbösen und um die Macht des geschriebenen Wortes. Die romantische Komödie zeigt, wie zwei Menschen sich nur durch das Schreiben näher kommen können und dadurch eine ganz neue Ebene des Kennenlernens entdecken. Die wirkliche Liebe finden ist eines der Hauptthemen von 'Herzfischen'. Für Britta Sabbag zeigt der Protagonist Simon, was wirkliche Liebe bedeutet. Denn für Josefine will er ein besserer Mensch sein. Sie schenkt ihm ein Herz und Simon schenkt Josefine eine neue Perspektive auf das Leben.

Als Britta ihren Satz beendet, greift Maite ihn auf und führt ihre eigenen Gedanken weiter. Als würde ich mit besten Freunden fünf Cappuccinos trinken und dabei Kekse essen. Dabei berichten sie von ihren aufregenden, neuen Erlebnissen und Bekanntschaften.

Der Satz "Vielleicht muss man das loslassen, was man war, um das zu werden, was man ist", zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman. Josefine hat ihre Zukunft schon gelebt: Ein Kind, das in jungen Jahren ein Star ist, im Rampenlicht aufwächst, von allen Seiten gelobt und schließlich einfach fallen gelassen wird. Maite Kelly war damals auch ein Kinderstar. Plötzlich wird sie etwas ernster und erzählt souverän: "So viel von mir steckt gar nicht in Josefine. Damals war ich auch ein Kinderstar, aber ich war nicht die Einzige. Wir waren eine Familienband und ich wusste, dass das vorbeigehen wird. Ich habe die Musik und das Publikum geliebt, aber mich nicht als Star gesehen. Ich war immer ich selbst.“ Sie schaut mir tief in die Augen und fügt hinzu: "Nach der 'Kelly Family' war das kein Niedergang für mich. Mir hat nicht der Applaus oder die Anerkennung gefehlt. Das Zwischenmenschliche war mir wichtiger und der kreative 'private garden'. Ich bin nur durch Zufall wieder in den Medien und habe zwei Karrieren. Schreiben habe ich schon immer geliebt.“

Die Idee für das gemeinsame Projekt 'Herzfischen' entstand 2011 während eines Filmprojekts. Ein Jahr sprachen beide über die Figuren und ihre Entwicklung. Sie formten die Figuren, um ihnen Zauber zu geben. "Wir wollen der Figuren lebendig machen", erklärt Maite mit ihrem Akzent, der mich kurz schmunzeln lässt und Britta beendet ihren Satz wie selbstverständlich: "Irgendwann laufen die Figuren dann von ganz alleine." Besonders spannend war es, aus der Perspektive eines Mannes zu schreiben. "Es war so leicht, weil Männer so klar denken", erklärt Britta. Der Plot und das Konzept für 'Herzfischen' entstanden ganz kuschelig. Beide lagen in ihren Schlafklamotten im Bett und machten Pläne, "Während Maite alles gegessen hat", verrät Britta, woraufhin beide in Gelächter ausbrechen. Die Chemie zwischen beiden stimmt.

Auch privat trifft sich das Duo: "Immer wenn wir uns treffen, kommen neue Ideen zu Projekten", erklärt Maite und lacht herzlich. Die Chemie stimmt wirklich sehr. Zurzeit planen beide eine Fortsetzung für das Kinderbuch 'Die kleine Hummel Bommel'.

Nach der Pressekonferenz sind alle herzlich eingeladen, die Romanschauplätze in Köln mit den Autorinnen zu erkunden. Mit anschließendem Mittagessen. Bei der Frage, wer mit dem eigenen Auto und wer mit der Mitfahrgelegenheit des Verlagshauses fährt, zögert Maite keine Sekunde und sagt: "Ich habe auch ein Auto und drei Plätze frei." – Ich glaube, ich bin verliebt.

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