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Herpes bei Kindern: Baby wegen Infektion todkrank – Vater warnt vor Gefahren

"Alle sollen wissen, wie gefährlich Herpes ist"
"Alle sollen wissen, wie gefährlich Herpes ist" Sein Baby infizierte sich und wird nie wieder gesund 00:01:30
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Johns Diagnose: Herpes-Enzephalitis

"Für John ist es zu spät. Er wird nie wieder gesund" - mit diesen dramatischen Worten und einem Foto seines Sohnes zeigte Thorsten alias Toto Rockin bei Facebook, wie gefährlich Herpes für Babys ist. "Wir wollen, dass alle das wissen. Vielleicht können wir ein Kind dadurch retten, vielleicht zwei. Das wäre wunderbar", sagt er im Interview. Sein Facebook-Post wurde mittlerweile tausende Male geteilt.

John hat sich nach der Geburt mit dem Herpes-Virus infiziert und wird wahrscheinlich daran sterben. Es begann mit relativ harmlosen Symptomen: Als das Baby zwei Wochen alt war, fing es an "unruhig zu werden, sich zu überstrecken und in leichten Schüben zu zittern." Als es immer schlimmer wurde, fuhr die Familie ins Krankenhaus. Nach erfolglosen Therapieversuchen mit Antibiotika stand schließlich die Diagnose: Herpes-Enzephalitis.

"John hatte irgendwo einen Herpes-Virus abbekommen, welcher durch die noch nicht ausgebildete Blut-Hirnschranke ins Gehirn wandern konnte und dort begann große Teile des Gehirns zu entzünden und zu zerstören", so sein Vater. Trotz wochenlanger aggressiver antiviraler Therapie, die die Viren vernichtete, ist die Entzündung in Johns Gehirn noch immer da.

Die Ärzte können gegen die Entzündung nichts mehr tun. "John muss nun alleine kämpfen und niemand kann sagen, ob er es schaffen wird oder ob ihm noch Jahre, Monate, Wochen oder Tage bleiben, bis sein Gehirn versagt." Sein Vater hofft jedoch, mit seinem Appell in Zukunft anderen Kindern das Leben zu retten, dann würde "Johns schwerer Weg einen Sinn bekommen".

Die Symptome der Herpes-Enzephalitis im Überblick

Baby mit Herpes-Enzephalitis
Säugling John leidet unter einer Herpes-Enzephalitis

Herpes ist für Erwachsene eine meist harmlose Infektionskrankheit, die jedoch ansteckend ist. Die Herpes-Viren werden über Tröpfchen oder Schmierinfektion übertragen. Daher warnt Johns Vater: "Herpesbläschen sind potentiell ansteckend. Haltet euch von Babys fern, schaut nicht mal in den Kinderwagen, ihr könntet das Kind anstecken, auch wenn es nicht mehr ganz frisch ist."

Allein hierzulande erkranken 400 Patienten im Jahr an einer Herpes-simplex-Enzephalitis, nur jeder fünfte überlebt. Die Symptome bei Kleinkindern sind:

- Fieber oder Untertemperatur

- Erbrechen

- blaue Lippen

- Krämpfe.

Um Babys vor einer Infektion zu schützen, raten Ärzte zur Vorsicht: "Wenn Sie bemerken, dass Sie Herpes haben, direkt eine Salbe auftragen, am besten einen Mundschutz benutzen und das Küssen von Babys vermeiden", sagt der Kinderarzt Dr. Gündüz Selcan vom Bethanien-Krankenhaus in Moers.

Vor allem Schwangere sollten sich auf Herpes testen lassen, sonst droht die Gefahr, das Baby bei der Geburt direkt zu infizieren. Wie John angesteckt wurde, weiß niemand.

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