Hepatitis B: Oft vergessen und deshalb weit verbreitet

Eine der häufigsten Infektionskrankheiten ist weltweit immer noch Hepatitis B, etwa zwei Milliarden Menschen sind mit dem Virus infiziert. Bei etwa zwei Drittel der Betroffenen führt die Ansteckung mit Hepatitis B zu einer akuten Leberentzündung, weniger als ein Prozent sterben an Leberversagen.

Auch in Deutschland sind viele Menschen betroffen und die Zahl dürfte bald auch noch steigen. Denn obwohl seit 1992 auch Jugendlichen die Impfung gegen Hepatitis B empfohlen wird, ist die Impfrate in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen hierzulande mit 60 Prozent deutlich schlechter als bei Kindern. Da der häufigste Übertragungsweg des Hepatitis B-Virus mit 40 Prozent aller Fälle ungeschützter Sex ist, ist die relativ niedrige Impfrate bei Jugendlichen bedenklich. Denn in diesem Alter erwacht das Interesse an sexuellen Kontakten. Da sich die Infektion nicht durch Symptome sofort bemerkbar macht, wird der Virus oft unwissentlich weitergegeben. Weitaus seltener wird das Virus zum Beispiel bei Operationen, durch Blutprodukte oder intravenösen Drogenkonsum übertragen. Eine versäumte Immunisierung kann in der Regel auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse nachgeholt werden. Wichtig ist das auch vor dem Hintergrund, dass eine Infektion chronisch werden kann.

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