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Hepatitis A bis Hepatitis E: Symptome und Therapien

Hepatitis: Das sollten Sie wissen!
Hepatitis: Das sollten Sie wissen! Die wichtigsten Fakten über das Leberleiden 00:02:32
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Eine chronische Virushepatitis kann tödlich enden

Hepatitis ist eine unterschätzte Volksseuche: Bis zu einer Million Menschen sind in Deutschland mit Hepatitis-Viren infiziert, aber die wenigsten von ihnen wissen davon. Dabei sterben weltweit jeden Tag 4.000 Menschen daran, wie die Deutsche Leberhilfe berichtet. Aufs Jahr gerechnet seien das mehr Tote als durch HIV oder Malaria.

Hepatitis C Virus
Das Hepatitis-C-Virus in der Nahaufnahme: Durch neue Medikamente lässt sich das Virus offenbar gut bekämpfen. © dpa bildfunk

Die typische Gelbsucht entwickeln nur ein Drittel der Betroffenen - ein Drittel bemerkt lediglich Grippe-Symptome, ein weiteres Drittel gar nichts. Fakt ist: Die Leber leidet stumm. Im Jahr 2015 wurden rund 8.700 Neudiagnosen in Deutschland erfasst. Das Problem ist, dass es oft keine neuen Infektionen sind. Und das ist gefährlich, denn die chronische Virushepatitis kann zu Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs führen - und damit tödlich enden.

Der Leberspezialist Michael Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) appelliert an Risikogruppen wie Drogenabhängige, Migranten aus bestimmten Ländern sowie medizinisches Personal, sich testen zu lassen. Gleiches gelte für Menschen, die vor 1991 Bluttransfusionen erhalten haben oder häufig operiert wurden. Nur 10 bis 20 Prozent von Hepatitis B und C werde aktuell diagnostiziert, schätzt Manns. Bei Routineuntersuchungen würden Leberwerte oft ignoriert, kritisiert die Leberhilfe. Ein Großteil der Infektionen wird erst bei fortgeschrittener Leberfibrose, einer Zirrhose oder einem Leberzellkarzinom diagnostiziert. Manchmal ist eine Transplantation dann die einzige Lösung. Folgende Hepatitis-Typen werden unterschieden:

Hepatitis A Übertragung von Mensch zu Mensch sowie über verunreinigte Nahrung und Wasser, Impfung gegen die 'Reise-Gelbsucht' möglich, keine spezielle Therapie. Bei Kindern verläuft die Infektion laut 'Apotheken Umschau' meist harmlos und hinterlässt einen lebenslangen Immunschutz. Reisemediziner empfehlen Erwachsenen die vorbeugende Impfung - diese ist auch noch kurz vor Reiseantritt sinnvoll.

Symptome: Viele Patienten zeigen gar keine Symptome, andere leiden unter Müdigkeit und Fieber, teilweise verfärbt sich der Urin bräunlich und die Haut wirkt gelb. Normalerweise heilt die Infektion von selbst aus, ohne chronisch zu werden.

Hepatitis B Hohe Ansteckungsgefahr über Blut (etwa verunreinigte Spritzen) und andere Körperflüssigkeiten, Impfung möglich, antivirale Therapie für chronisch erkrankte Patienten.

Symptome: Im frühen Stadium der Krankheit zeigen sich kaum Symptome, dann kann es zu Übelkeit und grippeähnlichen Problemen mit Müdigkeit kommen. Warnsignale sind außerdem bräunlich-dunkler Urin, ein hell verfärbter Kot und gelbliche Augäpfel.

Neuer Wirkstoff gegen Hepatitis C macht Hoffnung

Hepatitis C Übertragung meist über Blutkontakt, keine Impfung, antivirale Therapie für chronisch erkrankte Patienten. Es sind zwei neue Wirkstoffe auf dem Markt, welche einer größeren Patientengruppe helfen und weit weniger Nebenwirkungen haben als die bisherige Standardtherapie. Je nach Art der Erkrankung habe der Wirkstoff Sofosbuvir beträchtlichen oder geringen Zusatznutzen. Für Manns ist es eine "unglaubliche, seltene Erfolgsgeschichte der Medizin", dass die Infektionskrankheit jetzt zu nahezu 90 Prozent geheilt werden kann. Dies mache zukünftig rund ein Viertel aller Lebertransplantationen vermeidbar. Allerdings sind die Arzneimittelkosten noch ein großes Hindernis. Für eine 24-wöchige Therapie fallen derzeit Kosten von rund 120.000 Euro an.

Symptome: Äußerlich ist eine Infektion mit Hepatitis-C-Viren kaum zu erkennen, weil die Haut von Patienten sich selten gelblich verfärbt. Auch die restlichen Symptome sind wenig spektakulär: Müdigkeit, leichte Übelkeit mit grippeähnlichen Symptomen und Fieber. Teilweise nimmt der Urin eine sehr dunkle Farbe an, während der Stuhl heller wird. Gelenk- und Muskelbeschwerden, Ängste und eine trockene Mundschleimhaut können ebenfalls auf das Leberproblem hindeuten.

Hepatitis D Tritt nur in Kombination mit einer Infektion Typ B auf, Schutz durch Hepatitis-B-Impfung, keine wirksame Therapie. Nach Informationen der 'Deutschen Leberhilfe' ist Hepatitis D der gefährlichste Hepatitis-Virus. Er wird über das Blut übertragen und kann eine Leberzirrhose oder Leberkrebs zur Folge haben.

Symptome: Müdigkeit, Grippe-Symptome mit Fieber und eine Verfärbung der Ausscheidungen. Der Urin wird sehr dunkel, während der Kot hell wirkt.

Hepatitis E Virus wird ausgeschieden und zum Beispiel über Wasser übertragen, keine Impfung möglich, akute Leberentzündung kommt meist von selbst zum Stillstand, gefährlich für Schwangere. Bis zu 20 Prozent der betroffenen Schwangeren sterben nach Informationen der 'Deutschen Leberhilfe' in Folge der Infektion. Gegen Hepatitis E würde in Deutschland schon helfen, Schweinefleisch sicherheitshalber gut durchzugaren und auf Mett zu verzichten, heißt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Es ist zwar nicht vollständig geklärt, ob die Viren durch Rohfleisch von infizierten Tieren übertragen werden können - aber der Verdacht liegt nahe. In Deutschland sind nach BfR-Angaben in Studien bei 40 bis 50 Prozent der Hausschweine Antikörper gegen das Virus gefunden worden.

Symptome: Fieber, chronische Müdigkeit, teilweise neurologische Probleme sowie eine gelbliche Verfärbung von Haut und Augen.

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