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Helen FitzGerald: 'Tod sei Dank' - schwarzer Humor mit Krimi-Potenzial

Helen Fitzgerald: Tod sei Dank
Helen Fitzgerald: Tod sei Dank © Galiani Berlin

Leseinfo zu 'Tod sei Dank'

Will Marion ist ein armer Tropf: Seine Frau hat ihn verlassen, da waren seine Zwillingsmädchen Kay und Georgie gerade mal drei Jahre alt. Nun stecken die Mädchen mitten in der Pubertät und bei ihnen wird eine schwere Nierenerkrankung festgestellt. Sie brauchen dringend Spenderorgane. Doch Will hat nur eine Niere, die er spenden kann. Welche Tochter soll sie bekommen?

Die gutherzige und lebenslustige Kay oder die lebensmüde und selbstzerstörerische Georgie? Doch Will Marion hat immer einen Plan B. Er spürt seine heroinabhängige Ex-Frau Cynthia auf, in der Hoffnung, dass sie eine ihrer Nieren für die todkranken Töchter spenden kann. Als sich das als medizinisch unmöglich erweist, hegt er sogar den Plan, eine Niere illegal zu kaufen. Warum es nicht dazu kommt und wie seine Töchter letztendlich gerettet werden, ist zum Glück nicht vorauszusehen. Im Gegenteil: Das Ende ist überraschend, aber auch erschreckend.

Der Roman von Helen FitzGerald wird mit schwarzem Humor angekündigt. Den sucht man beim Lesen vergeblich. Dafür ist der Roman vielmehr die Geschichte einer gescheiterten Familie, in der jedes Familienmitglied zunächst allein kämpft. Jeder ist vom jeweils anderen enttäuscht, vor allem die verbitterte Georgie gibt ihrem Vater die Schuld an der Flucht ihrer Mutter. Doch am Ende des Buches wachsen die todkranken Töchter und ihr Vater enger zusammen, weil die Ereignisse um die rettenden Nieren sich überschlagen.

Das Buch 'Tod sei Dank' hat zwischendurch immer wieder Längen. Jedes Kapitel schreibt die Autorin aus Sicht eines anderen Protagonisten, was zwischendurch verwirrend ist. Erst zum Ende des Buches wird es spannend – da wandelt sich der Roman von der traurigen Familiengeschichte zum packenden Krimi.

Über die Autorin Helen FitzGerald

Helen FitzGerald wurde im australischen Melbourne als zwölftes von dreizehn Kindern geboren. Seit 1991 lebt sie in Schottland. Von ihr sind bereits zwei ihrer Bücher im Verlag Galiani Berlin erschienen: 'Furchtbar lieb' und 'Letzte Beichte' – beides enthält den "rabenschwarzen Humor". Bevor Helen FitzGerald Bücher schrieb, arbeitete sie als Sozialarbeiterin im Strafvollzug und schrieb Drehbücher fürs Kinderfernsehen.

(Text: Sabine Möller)

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