Heiratsschwindler: Wie Männer Frauen abzocken

Heiratsschwindler Reiner H. soll fünf Frauen um 1,6 Mio. Euro betrogen haben

Es sind nicht immer nur die unscheinbaren Mauerblümchen, die Heiratsschwindlern und männlichen Abzockern auf den Leim gehen. Monique, eine beruflich erfolgreiche, gutaussehende, junge Blondine und Jutta S, eine erfolgreiche Schweizer Geschäftsfrau wurden beide vom gleichen Betrüger abgezockt. Beide überließen Reiner H. jeweils rund 200.000 Euro. Geld, das sie nicht wiedersehen werden, auch wenn der Heiratsschwindler mittlerweile in Haft sitzt.

Monique stellte sich der Mann als 'Finanzfachmann' vor, versprach, ihr Geld mindestens zu verdoppeln. Das und sein fürsorgliches Auftreten hatten Monique dazu gebracht, sich auf ihn einzulassen. Eine intime Beziehung. Sie hatte sich nach nur kurzer Bekanntschaft mit dem 56-Jährigen sogar verlobt.

Verliebt, sagt sie, sei sie nicht in den Mann gewesen, aber sie habe "ihn als Mensch gemocht". Gerade taffen und selbständigen Frauen passiert es, dass sie hinterhältig betrogen werden, sagt Psychologin Katharina Ohana. Charmant gibt der Mann ihnen Aufmerksamkeit, Zuwendung - und nutzt dann ihr Vertrauen skrupellos aus. Bei Jutta S. klappte die Abzocke sogar zweimal: Sie hatte bereits einen Verdacht gegen Reiner H. als er weitere 50.000 Euro von ihr wollte.

Eine emotionale Erpressung brachte ihn an sein Ziel: Jutta S. fühlte sich wegen eines Suizids in ihrer Familie schuldig. Das hatte sie ihm in einer Krisensituation einmal gestanden. Jetzt brauchte Reiner H. nur noch das Stichwort 'Suizid' fallen zu lassen, um an sein Ziel, das Geld, zu kommen.

Insgesamt soll Reiner H. 1,6 Millionen Euro von fünf Frauen abgezockt haben. Berater empfehlen Frauen, die das Gefühl haben, ausgenutzt und abgezockt zu werden, sich auf jeden Fall mit professionellen Dritten zu besprechen. Das könne eine Familienberatungsstelle sein oder auch ein Psychologe. Die Profis dort durchschauen schräge Maschen schnell und können guten Rat geben - bevor das Geld weg ist.

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