LIEBE LIEBE

Heiratsantrag: Darf nur der Mann fragen?

Darf nur der Mann einen Heiratsantrag machen?
Darf nur der Mann einen Heiratsantrag machen? © MP Models

Frühling ist die beste Zeit für den Heiratsantrag

Es ist Frühling, die Zeit der Liebe schlechthin. Eine perfekte Zeit auch, die Liebe zu besiegeln: Zeit zum Heiraten. Ich habe schon einige Male darüber geschrieben, wie unterschiedlich die Vorstellungen über eine positiv unvergessliche Hochzeit sind. Da kann viel schief gehen. Ein Thema für sich.

Was ist aber mit dem Vorfeld? Welche Tücken gibt es, die einem schon vor der Hochzeit graue Haare wachsen lassen? Zum Beispiel die Frage, ob die Frau den Antrag machen "darf". Sie darf natürlich, es kommt weder Polizei noch Feuerwehr, wenn eine Frau ihren Liebsten fragt: "Willst Du mich heiraten?"

Und trotzdem wird einem etwas mulmig, wenn man daran denkt, dass eine Frau vor einem Mann auf die Knie fällt. Ich bin wirklich emanzipiert, aber mulmig wird mir trotzdem. Mir fällt "Traumhochzeit" ein. In der beliebten Sendung hat Linda de Mol gleichermaßen Männlein wie Weiblein ermutigt, sich zu trauen, die große Schicksals-Frage zu stellen.

Eine besonders einfallsreiche Frau landete in einem Hubschrauber auf einem Fußballplatz, wo der Mann ihres Herzens gerade bolzte. Sie fiel ihm um den Hals und rief: "Willst Du mich?" Er rief: "Ja!"

Ich weiß nicht mehr, ob irgendwann ein Mann auch "Nein" gesagt hat. Ich war auf jeden Fall gerührt von der Frau, die mit dem Hubschrauber angeflogen kam. Noch mehr rührt mich, wenn ein Mann eine Plakatwand mietet (vor dem Haus seiner Angebeteten), auf der steht: "Susi! Du bist es! Heirate mich! Dein Peter!"

Stecken wir alle in Rollenklischees? Ist es für Peter leichter erträglich, wenn Susi ihn nicht zum Gatten will? Das bezweifele ich. Ich glaube, diese innere Abwehr, wenn es um weibliche Heiratsanträge geht, hat weniger mit gesellschaftlichen Konventionen, sondern vielmehr mit einer Art Urinstinkt zu tun.

Angst, dass der Mann keinen Heiratsantrag macht

Ob Höhlenfrau oder Großstadtpflanze, jede Frau hat etwas zu verlieren, Weil sie die Kinder bekommt, begibt sie sich während der Schwangerschaft und in der ersten Zeit nach der Geburt in eine Abhängigkeit vom Mann, ist im gewissen Sinne seine Schutzbefohlene. Deshalb soll der Vater ihrer Kinder ein "starker Mann" sein, und, na ja, die Stärke beweist sich eben in seinem markanten Tun, in der Form, dass er klipp und klar die Ansage macht: "Du, ich will, dass Du meine Frau wirst!"

Was ist, wenn er das nicht tut? Manch einer ist durchaus männlich, durchaus stark und zuverlässig, wäre ein toller Ehemann und Vater, kommt aber einfach nicht auf die Idee, einen Antrag zu machen.

In der Angelegenheit verweise ich auf zwei Tricks. Den ersten finde ich selbst nicht so gut, weil zu fies. Man sucht sich einen Verehrer, bringt ihn soweit, dass er einen heiraten will, setzt seinem Freund dann mit dem Rivalen die Pistole auf die Brust. Ich fürchte, aus dieser Geschichte entsteht keine glückliche Ehe. Meine Schwester hat es besser gemacht, sie hat nicht genölt, nicht gedrängelt, aber stets große sehnsuchtsvolle Augen gemacht, wenn irgendwo von Hochzeit die Rede war. Nach einem Jahr bekam sie an einem Sonntag ein Frühstück von ihrem Liebsten serviert. Auf dem Ei stand, mit Filzstift geschrieben: "Willst Du meine Frau werden?"

Meine Schwester war selig. Obwohl sie, strenggenommen, diesen Antrag durchaus angeschubst hat. Aber zart. Mit dem Antrag ist es wie mit allen Dingen in der Liebe: Der Mann denkt, er macht etwas freiwillig, die Frau lenkt ihn insgeheim.

In dem Sinne würde ich sagen, wer bald heiraten will und überlegt, wie es zu einem Antrag kommt, braucht keinen Hubschrauber, sondern große Augen, ein wenig weibliche Raffinesse. Und Humor.

Das passt schon!

Viel Freude beim Anschubsen, Eure Birgit

Das halten Männer wirklich von der Idee zu heiraten
Das halten Männer wirklich von der Idee zu heiraten Hochzeit 00:00:47
00:00 | 00:00:47
Anzeige